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Facharbeit im Leistungskurs Biologie 2003/2004

Beiträge zur Flora eines stadtnahen Laubmischwaldes

Wälder werden oft nur als Bestand von Bäumen wahrgenommen. Dass sie jedoch ein äußerst komplexes Wirkungsgefüge bilden, konnte ich durch meine Facharbeit sehr anschaulich unter Beweis stellen. Dazu habe ich ein kleines Waldstück ausgesucht, das sich in unmittelbarer Nähe des Ballungsraumes Germering befindet.
Das Ziel der Arbeit, mit der ich auch an “Jugend- Forscht” teilgenommen habe, bestand darin, die Flora genau zu analysieren und Beziehungen zwischen den herrschenden Standortfaktoren und der daraus resultierenden Pflanzenwelt herzustellen.

Ansicht des Waldareals am nordöstlichen Ortsende von Germering zu verschiedenen Jahreszeiten

Bei den Standortbedingungen habe ich das Hauptaugenmerk auf die Analyse exemplarisch ausgewählter, abiotischer und biotischer Umweltfaktoren gelegt. Dabei habe ich beispielsweise die Temperatur, den Wasserhaushalt und die Einwirkung von Schädlingen und Nützlingen als Einflüsse auf das Pflanzenwachstum untersucht.
Einen Schwerpunkt habe ich auf die Untersuchung der Bodenbedingungen gelegt. Hierbei habe ich Vor- Ort- Untersuchungen (z.B. Anfertigung eines Schnittes durch die Bodenhorizonte zur Untersuchung des Bodentyps) mit chemischen Versuchen im Labor verbunden, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten.

Anhand der Analyse der Bodenart und des Bodengefüges konnte ich feststellen, dass das Untersuchungsgebiet eine gute Bodenqualität besitzt. Dies konnte durch einen Kresse-Test bestätigt werden. Ein halbquantitativer Eisentest ergab, dass der Boden zwar Eisen enthält, dieses aber chemisch gebunden ist und daher die Vegetation nicht negativ beeinflusst. Auch weitere Parameter, die üblicherweise zur Beurteilung der Bodenqualität herangezogen werden (pH- Wert, Kalk- und Nitratgehalt, Humusgehalt und Wasserkapazität) bestätigten, dass selbst anspruchsvolle Pflanzen einen günstigen Standort im Waldgebiet finden können.
Entsprechend der guten Bodenqualität lässt sich die Flora als sehr vielfältig und intakt beschreiben. Um diese Vielfalt zu veranschaulichen, habe ich zunächst eine detaillierte Aufstellung aller vertretenen Pflanzenarten angefertigt. Die Artenliste umfasst 81 Vertreter, darunter auch drei geschützte Arten (Seidelbast, Großes Zweiblatt, Stechpalme). Hinzu kommt, dass das Untersuchungsgebiet einige sehr alten Stiel- Eichen und Winter- Linden beheimatet.
Damit konnte ich den überraschenden Nachweis erbringen, dass sich die stadtnahe Lage nicht negativ auf die Artenvielfalt des Waldes ausübt. Dieser kann somit als ökologisch wertvolle „Insel“ in direkter Nähe zum Ballungsraum angesehen werden.
Ergänzt werden diese Beobachtungen durch eine genaue Beschreibung des Erscheinungsbildes der Waldflora. Dazu habe ich den Stockwerkbaus des Waldes möglichst exakt analysiert und eine Kartierung des Bestandes angefertigt.
Die genauere Untersuchung standorttypischer Vertreter in der Baum-, Strauch-, Kraut- und Moosschicht zeigte, dass sich die in der Literatur angegebenen Standortansprüche mit meiner Analyse der Umweltfaktoren decken.

Gleichzeitig habe ich durch die häufigen Besuche im Untersuchungsgebiet einen guten Einblick in die jahreszeitlich bedingten Veränderungen der Flora gewonnen. Dadurch war es mir möglich, das ständig wechselnde Erscheinungsbild des Waldes als Anpassungserscheinung an klimatische Faktoren zu deuten.
Als abschließende Dokumentation der großen Artenvielfalt des Waldareals habe ich ein Herbarium aller auftretenden Pflanzen angefertigt. Hierbei wurden soweit wie möglich Blüten, Blätter und Früchte berücksichtigt.

Hohe Schlüsselblume als typischer Frühblüher



Annette Witzleben <abc.witzleben@t-online.de>