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BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM
FÜR UNTERRICHT UND KULTUS
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Pressemitteilung Nr. 10 - 20. Januar 2003


Kultusministerin Monika Hohlmeier zeichnet innovative Schulen mit dem „i.s.i.“ aus -
Unterrichtsqualität im Mittelpunkt des Wettbewerbs der Stiftung Bildungspakt Bayern

Es klingt so leicht, ist es aber gar nicht: Schulen, die mit dem i.s.i., dem „Innere Schulent-wicklung Innovationspreis“ ausgezeichnet werden, mussten einiges vorweisen. Bei der dies-jährigen Runde - im vergangenen Jahr war Premiere - hat die Stiftung Bildungspakt Bayern das Thema Unterrichtsqualität in den Mittelpunkt des Wettbewerbs gestellt. „Hier geht es nicht um öffentlichkeitswirksame Eintagsfliegen, sondern darum, dass die Schule einen kon-sequenten Prozess vorantreibt, der die Qualität von Schule, Unterricht und Erziehung nachhal-tig verbessert. Einige Schulen stehen in punkto neue Lern- und Lehrmethoden erst am An-fang. Umso beeindruckter bin ich, was die i.s.i.-Schulen Vorbildliches leisten“, sagte Kultus-ministerin Monika Hohlmeier am Montag bei der Preisverleihung in der Münchner Pinako-thek der Moderne.

Knapp 100 Schulen haben sich an dem Wettbewerb beteiligt, der von der Stiftung Bildungs-pakt Bayern initiiert wurde. 31 Schulen kamen in die engere Auswahl, 23 werden ausgezeich-net. 27 Juroren sind quer durch Bayern gereist, um die Bewerber unter die Lupe zu nehmen. Die Stiftung fühlte sich natürlich durch die Analyse der PISA-Studie bestärkt, die Unter-richtsqualität ins Zentrum des Innovations-Wettbewerbs zu stellen. „Der Unterricht ist der Kern von Schule“, betonte Hohlmeier. Die Jury besteht aus Elternvertretern, der Schulaufsicht (Kultusministerium, Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung sowie den Be-zirksregierungen), Lehrern, Schülern sowie Vertretern der Wirtschaft.

So fragten die Juroren in den Schulen nach, wie intensiv neue Unterrichtsformen eingesetzt werden, die die Schülerinnen und Schüler stärker mit in die Verantwortung nehmen. Geprüft wurde auch, wie die Schulen bei den Jahrgangsstufentests abgeschnitten haben und welche Konsequenzen sie daraus ziehen. Ein wichtiger Punkt ist das Zusammenwirken von Schullei-tung, Lehrkräften, Eltern und Schülern. Gibt es hier einen Konsens unter den Partnern, bei-spielsweise ein gemeinsam erarbeitetes Schulprogramm? Wie sieht es mit der Fortbildungs-freude der Lehrkräfte aus ?

Die Juroren waren begeistert, als sie sich vor Ort davon überzeugen konnten, was Schulen heute alles leisten. So hatten sie die Qual der Wahl und lobten zusätzlich drei Sonderpreise zu je 2000 Euro aus. Die ersten Preisträger erhalten 5000 Euro, die zweiten 4000 Euro und die dritten 3000 Euro. Alle nominierten Schulen werden mit je 500 Euro belohnt. Stiftungspartner Hewlett Packard schenkt jeder teilnehmenden Schule eine Digitalkamera. Es lohnt sich also an dem Wettbewerb teilzunehmen. „Ich wünsche mir, dass sich noch mehr Schulen in Bayern am i.s.i. beteiligen“, sagte Hohlmeier.

Und hier sind die Preisträger (mit kurzer Begründung, ausführliche Laudationes liegen den Pressemappen bei oder können auf Wunsch an die Redaktionen gemailt oder gefaxt werden):

1. Preise
Schule zur individuellen Lernförderung, Viechtach: Die Schule arbeitet vorbildlich mit den Eltern zusammen. Eltern und Schüler werden in alle relevanten Entscheidungen mitein-bezogen.

Grundschule Loiching: Projektarbeit, Wochenplanarbeit und freies Arbeiten sind in der Grundschule tägliche Praxis. Die Schule zeichnet sich durch eine starke individuelle Förde-rung der Schüler aus.

Hauptschule Mainburg: Die Hauptschule setzt sich bereits seit 1977(!) mit dem Prozess der Inneren Schulentwicklung auseinander. Das Lehrerkollegium entwickelte neue Methoden der Teamarbeit und eine engere Kooperation mit dem Elternhaus.

Werner-von-Siemens-Realschule Bad Neustadt: Die Realschule überzeugte durch ihren „offenen Unterricht“. Schülerinnen und Schüler gestalten hier den Unterricht seit langem mit. Und: Die Realschule schneidet bei den zentralen Jahrgangsstufentests um eine Note besser ab als der Landesdurchschnitt.

Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium, Lauf an der Pegnitz: Das Gymnasium legt großen Wert auf die systematische Förderung des eigenverantwortlichen Lernens. Über die Jahr-gangsstufentests hinaus hat sie eigene Tests zur Überprüfung des Unterrichtserfolges entwi-ckelt.

Berufsschule III, Augsburg: Die Schule bezieht vorbildlich Jungarbeiter aktiv in den Unter-richt mit ein. Das Lehrerkollegium zeichnet sich durch ein äußerst großes Engagement aus.

2. Preise
Schule zur individuellen Lernförderung, München: Die Schule, die sich selbst noch als Anfängerin in der Schulentwicklung sieht, hat Vorbildliches in der Schulprogrammarbeit ge-leistet. Das heißt, die Schule hat innovative Unterrichtsmethoden eingeführt, die die Leistun-gen der Schülerinnnen und Schüler erheblich verbessert haben.

Johannes-Helm-Schule, Schwabach: Eltern bringen ihre beruflichen Kompetenzen in das Schulleben ein. Das Methodenrepertoire und der Einsatz von offenen Lernformen werden in einem „Lernatelier“ trainiert.

Hauptschule Nürnberg an der Schnieglinger Straße: „Nicht jammern und klagen, sondern gemeinsam etwas tun, um unsere Schule weiterzuentwickeln“ lautet die Grundeinstellung dieser Schule. Überzeugt hat die Jury die gezielte Förderung von Eigeninitiative und Verant-wortungsbewusstsein der Schüler. Sie übernehmen Aufgaben als Streitschlichter oder sind im Klassenrat oder Schulforum aktiv.

Staatliche Realschule Burglengenfeld: Lerntheke, Lernzirkel, PC-Arbeit, Teamarbeit, pro-jektorientiertes Lernen ist tägliche Unterrichtsrealität. Absolut vorbildlich ist die Schule in der Medienarbeit. Die kompletten Unterlagen zur i.s.i.-Bewerbung gingen per CD-Rom ein.

Max-Born-Gymnasium Germering: Die Schule beeindruckt durch ihre hoch engagierten Schüler: Ein eigenes „Schülermitverantwortungs-Gesetz“ regelt das Miteinander an der Schu-le, die amtierenden Schülersprecher betreiben intensive Nachwuchspflege. Kernpunkt ist die systematische Fortentwicklung des Unterrichts. Das Gymnasium ist an dem Modellversuch „SINUS“ zur Verbesserung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts be-teiligt.

Berufsschule Erlangen: Sorgfältige Trainingsmaßnahmen für die Lehrkräfte bilden die Grundlage für eine konsequente Weiterentwicklung des Unterrichts. Die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis ist eines der Hauptanliegen, die vorbildich bei den Gesundheitsberu-fen umgesetzt wird.

3. Preise:
Sonderpädagogisches Förderzentrum II Bad Windsheim: Diese Schule leistet exzellente Pionierarbeit. Sie besitzt verschiedene „Schüler(übungs)firmen“, die sich zum Beispiel Kiosk, Holz, Farbe und Gartenbau nennen.

Volksschule Türkheim: Die Schule hat viele außerschulische Partner: Sie arbeitet eng mit örtlichen Vereinen, einem Seniorenheim, der Kirche und dem Kindergarten zusammen.

Grund- und Hauptschule Deining
und Hauptschule Landau an der Isar: Hier hatte die Jury die Qual der Wahl und hat zwei
dritte Preise verliehen. Beide Schulen sind äußerst aktiv in der Schulentwicklung. Beide för-dern das selbständige und praxisorientierte Lernen der Schüler, arbeiten intensiv mit neuen Medien im Unterricht und leisten Vorbildliches in der Elternarbeit.

Carl-von-Linde-Realschule Kulmbach: In keiner anderen Schule funktionierte der interne Informationsfluss so gut wie in dieser Schule. Im Kriterium Kommunikation hat diese Real-schule die Höchstwertung (!) erzielt.

St.-Anna-Gymnasium München und
Gymnasium Kirchheim: Auch hier hatte die Jury die Qual der Wahl. Beide Gymnasien ar-beiten seit Jahren systematisch in der Inneren Schulentwicklung und legen allergrößten Wert auf die individuelle Förderung der Schüler im Unterricht.

Berufsschule Kempten: Die Berufsschule arbeitet eng mit der Wirtschaftsschule zusammen. Berufsschüler sind regelmäßig als Experten und Tutoren in der Wirtschaftsschule. Dieses „Lernen durch Lehren“ trägt effizient zur Ausbildung von Schlüsselqualifikationen bei.

Sonderpreise
Sonderpädagogisches Förderzentrum in Schwabach: Die Schule hat ihren Pausenhof zu einem beeindruckenden „Natur-Erlebnis-Schulhof“ mit einer Kletterfelsenwand, einem Kriechtunnel mit Löwenkopf sowie Wasserspielplatz umgestaltet.

Grundschule St. Leonhard in Nürnberg-Schweinau: Den Sonderpreis erhält das Kollegi-um der Grundschule für sein außergewöhnliches Engagement und seine beeindruckende Kreativität in einem nicht gerade einfachen schulischen Umfeld.

Fachschule Ebenried: Die Schule verfügt über ein hochmodernes Schulmanagement, arbei-tet klar strukturiert und professionell.


Claudia Piatzer
Pressesprecherin des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus