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MAX-BORN-GYMNASIUM GERMERING

Bewerbung für den "Innere Schulentwicklung Innovationspreis" - i.s.i. 2002 der Stiftung Bildungspakt Bayern

 

Vorbemerkung

Die Stiftung Bildungspakt Bayern (www.bildungspakt-bayern.de) schreibt jährlich einen Preis für Schulen aus, die Innere Schulentwicklung in einem ganzheitlichen Ansatz betreiben. Dabei muss im Zentrum immer die Weiterentwicklung des Unterrichts stehen. Ausgehend von unserem Projekt SINUS haben wir uns für den i.s.i 2002 beworben. Nachfolgend finden Sie unsere Bewerbung, für die ein Schema vorgegeben war. Die darin genannten Anlagen sind hier nicht beigefügt; Sie finden aber auf unserer Homepage zu den meisten Stichworten nähere Informationen.

1. Weiterentwicklung des Unterrichts

Im Zentrum der Schulentwicklung am Max-Born-Gymnasium steht die Unterrichtsentwicklung mit dem Ziel, Schülerinnen und Schüler zu eigenverantwortlichem, problembewusstem und teamorientiertem Arbeiten zu befähigen.

Eine besondere Rolle spielt in diesem Prozess die Fachschaft Mathematik und Physik, die sich in der Folge von TIMSS dazu entschloss, am BLK-Modellprojekt SINUS (Steigerung der Effizienz des math. nat. wiss. Unterrichts) teilzunehmen. In diesem Projekt, das in beiliegender Powerpoint-Präsentation und einem Faltblatt näher beschrieben ist (Anlage 1), arbeitet ein Team von Lehrerinnen und Lehrern innerhalb der Schule und in einem Schulnetz an Unterrichtsmethoden, die geeignet sind, das oben beschriebene Ziel zu erreichen. Durch intensive schulinterne und externe Fortbildung in Methodik, Didaktik und Lernpsychologie sowie durch das Studium von Unterrichtsmethoden in anderen Ländern (z.B. Japan, Schweiz) wurde die Grundlage für die gemeinsame Entwicklung neuer Unterrichtsmethoden gelegt. An diesem Projekt beteiligen sich ca zwei Drittel der Fachschaft M/Ph; die Lehrkräfte setzen inzwischen schüleraktivierende Methoden in ihrem gesamten Unterricht ein. Besondere Arbeitsfelder sind dabei die Weiterentwicklung der Aufgaben (weg von eng geführten hin zu offenen Fragestellungen, die kreatives Umgehen mit der Problemstellung ermöglichen), effektiveres naturwissenschaftliches Arbeiten, Sicherung von Basiswissen, aus eigenen Fehlern lernen und Verantwortung für das eigene Lernen stärken.

Dies sei an einigen wenigen Beispielen verdeutlicht:

Halbjahresarbeit/ 6. Jahrgangsstufe Mathematik:

Die Schüler bekommen ein meist fächerübergreifendes Thema gestellt mit einer Anleitung zum Erstellen der Arbeit. Sie sollen dieses Thema im Laufe eines halben Jahres bearbeiten, dabei Literatur suchen und benutzen (Bibliothek und Internet), eine formal einwandfreie Arbeit mit Gliederung vorlegen, meistens noch ein Spiel dazu entwickeln und ihre Arbeit in der Klasse oder in einer Kleingruppe präsentieren. Neben den inhaltlichen und methodischen Zielen geht es hier vorrangig darum, die Schüler an eine selbstständige Arbeitsweise und das Durchhalten über einen längeren Zeitraum heranzuführen, auch mit Blick auf die Facharbeit. Auch wenn die Schüler zunächst über die viele Arbeit stöhnen, entwickeln die meisten von ihnen im Laufe der Zeit Spaß an dieser Arbeit und große Findigkeit, sowohl in Bezug auf die Recherche als auch auf die Gestaltung. Sie sind dann auch entsprechend stolz auf ihre Leistung. Eine Arbeit liegt in Kopie bei (Anlage 2); es handelt sich dabei um eine Arbeit in Kombination von Mathematik und Latein in einer Klasse mit Latein als erster Fremdsprache.

Mathematikprojekt:

Diese teamorientierte Arbeitsform ist zumeist ebenfalls fächerübergreifend angelegt. Bei dem hier beigefügten Beispiel ging es um die Wiederholung der Flächenberechnung. Dabei gründeten die einzelnen Gruppen eine Firma, in der nicht nur die verlangten Berechnungen angestellt und Recherchen durchgeführt wurden, in der auch in einer Präsentation unter unternehmerischen Gesichtspunkten versucht wurde, die "Kundschaft" von der Qualität des Angebots zu überzeugen. (6. Kl.; 4 U-Std.)
Karteikarten , Übungskarten, fachbezogene Spiele in den Klassenzimmern: Diese Karteikarten mit Regeln und Lösungsstrategien und die Übungskarten mit Aufgaben und insbesondere die Spiele wurden überwiegend von den Schülerinnen und Schülern (Unter- und untere Mittelstufe) selbst entwickelt und stehen in den Klassenzimmern zur eigenständigen Bearbeitung vor allem in Vertretungsstunden bereit. Hier können die Schüler genau die Aufgaben bearbeiten und üben, die sie für den eigenen Lernfortschritt brauchen.
Hilfekarten : werden im Unterricht immer dann eingesetzt, wenn die Schülerinnen und Schüler selbstständig Aufgaben bearbeiten sollen. Sie können sich dadurch abhängig von ihrem individuellen Leistungsstand jeweils dann Hilfe holen, wenn sie nicht mehr weiter kommen. Die Lehrkraft übernimmt die Rolle des Beraters. Die Karten dienen auch der inneren Leistungsdifferenzierung in Klassen.
Ex-Hefte: dienen der ständigen Wiederholung und Vernetzung des Gelernten. Durch sehr häufige und kurze Leistungsüberprüfungen sollen die Schüler lernen, ihren Leistungsstand zu überprüfen, sich wiederholende Fehler zu erkennen und ein neues Verhältnis zu ihren Noten zu gewinnen.
Wesentliche Ziele bei SINUS sind neben der Nachhaltigkeit des Unterrichts auch die Vermittlung von Präsentationstechniken und die Verstärkung der Verbalisierungsfähigkeit der Schüler. Auch dazu gibt es Modelle.
Die Materialien für diese Unterrichtsformen sowie für die ebenso eingeführten Lernzirkel, die Materialien für Freiarbeit , jahrgangsübergreifende Computerprojekte und andere schüleraktivierende Arbeiten werden von Lehrerteams ausgearbeitet. Grundsätzlich wird Unterrichtsmaterial in der Gruppe ausgetauscht.

Auch wenn die Gruppe SINUS Ausgangspunkt für diese Entwicklung darstellt, steht sie inzwischen längst nicht mehr alleine da. Durch schulinterne Fortbildungen, bei denen z. T. auch Kollegen aus der SINUS-Gruppe als Referenten eingesetzt waren, haben sich die angesprochenen Arbeitsformen auch in anderen Fachschaften etabliert. So gibt es z.B. Halbjahresarbeiten inzwischen auch in Erdkunde, Geschichte und Biologie, Lernzirkel und Freiarbeit auch in Deutsch, Geschichte, Wirtschaftslehre, Latein, Englisch und Französisch, die Arbeit mit computerunterstütztem Unterricht in Chemie, Religion, Sozialkunde, Deutsch und Englisch, Planspiele und Projekte in Sozialkunde und Erdkunde (ein bilinguales Projekt zum Klimawandel wurde soeben mit dem Geo-Preis 2002 aufgezeichnet) und anderes mehr.

Weitere Projekte zur Qualitätsentwicklung sind gegenseitige Hospitationen mit einer Grundschule, Nachmittagsangebote für Schüler mit schwachen Leistungen in bestimmten Fächern oder Problemen mit ihrer Arbeitshaltung und Angeboten für besonders begabte Schüler.

Besondere Einrichtungen hierfür sind die Sternwarte mit zwei Kuppeln und einem Planetarium und das mikrobiologische Labor; beide Einrichtungen sind Ausgangspunkt vieler Arbeiten für Wettbewerbe wie "Jugend forscht" sowie der jährlich stattfindenden "Forschungswoche", an denen Schüler mehrerer Bundesländer teilnehmen. Jährlich nehmen mehr als ein Drittel unserer Schüler mit beachtlichem Erfolg am weltweiten Mathematik-Wettbewerb "Känguru" teil. Hinzu kommt die erfolgreiche Teilnahme einzelner Schüler an bundesweiten Wettbewerben in Mathematik, alten und neuen Sprachen und anderem mehr. Das Max-Born beteiligt sich mit drei Kursen an der neu gegründeten Schüler-Akademie des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Oberbayern-West, in der begabte Schüler aus Gymnasien im jeweiligen Einzugsbereich besonders gefördert werden. Die Kurse am Max-Born beschäftigen sich mit Astronomie, Mikrobiologie und Kommunikation.


2. Verlauf des Schulentwicklungsprozesses

Ausgelöst wurde der unter 1 beschriebene Prozess durch das Unbehagen vieler Kolleginnen und Kollegen über die zu geringe Nachhaltigkeit des Gelehrten und durch das Bedürfnis, Schule und Unterricht von unten her unter Einsatz der eigenen Expertise und der Expertise, die im Kollegium reichlich vorhanden, aber zu wenig für die Allgemeinheit genutzt war, zu verändern.

Begonnen hat der Prozess vor etwa fünf Jahren mit einer Serie schulinterner Fortbildungen, Schwerpunkt "Schüleraktivierende Unterrichtsformen"; er bekam den entscheidenden Anstoß durch die Teilnahme am Projekt SINUS vor dreieinhalb Jahren. Dadurch wurde deutlich, wie gewinnbringend Teamarbeit und wie wichtig die Beschäftigung mit Fragen der Methodik ist. Sie ist inzwischen wieder wichtiges Thema im Lehrerzimmer geworden. Ziel ist eine Änderung des üblichen Unterrichtsskripts mit dem kleinschrittigen fragend-entwickelnden Unterricht.

An unserer Schule gibt es eine große Anzahl von Aktivitäten, die wir gerade zusammenstellen, um sie im gesamten Kollegium sichtbar zu machen und für interessierte Kollegen Ansprechpartner zu benennen . In einem nächsten Schritt wird es hier darum gehen, gemeinsam mit Schülern und Eltern neue Prioritäten zu setzen und neue Leitlinien zu entwickeln.

Transportmittel für den Schulentwicklungsprozess sind pädagogische Konferenzen und die Arbeit in themenorientierten Gruppen, wobei ein Mitarbeiter im Direktorat die Gesamtentwicklung begleitet und unterstützt. Personalrat, Elternbeirat und SMV sind informiert und in die entsprechenden Prozesse eingebunden, die auch im Schulforum beraten werden.

3. Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler

In SINUS werden die Schülerinnen und Schüler in vielfältiger Form auch an der Entwicklung des Unterrichts beteiligt. So erarbeiten Schüler im Physikunterricht selbstständig die für ein vergebenes Problem notwendigen Versuchsanordnungen, beschaffen die dafür notwendigen Geräte und Materialien und vergleichen kritisch ihre Ergebnisse.

Die Schüler sind aber auch in ihren eigenen Gremien an der Entwicklung des Schulprofils und der Gestaltung des Schulklimas beteiligt. Hervorzuheben ist hier insbesondere die verantwortungsvolle Arbeit der SMV. Das zeigt sich auch in der Beteiligung und Mitwirkung der SMV, die sich gerade ein bayernweit beachtetes Gesetz zur Verbesserung der Kommunikation innerhalb der Schule gegeben hat, an vielen Entscheidungen der Schule, sei es bei der Mitwirkung bei Konfliktlösung wie auch bei der Ausgestaltung der Schule. Ihre Vertreter zeigen ein hohes Maß an Verantwortung und an Kreativität.

Dies gilt auch für einen Schüler-Service für Senioren, über den unsere Schüler älteren Mitbürgern die Erledigung kleinerer Dienste anbieten; sie haben im letzten Jahr im bundesweiten Wettbewerb "Jugend hilft" der Organisation "Children for a better world" den dritten Preis errungen. Zur Übernahme von Verantwortung für die Gemeinschaft wollen wir auch durch die langjährige Einrichtung der Tutoren ermuntern und durch den Schulsanitätsdienst. Verantwortung für die Umwelt übernehmen unsere Schüler im schuleigenen Biotop und in den Energieteams, die für bewusstes Umgehen mit Ressourcen im Klassenzimmer und in der ganzen Schule sorgen. Sie haben bereits mehrfach Preise im Energiespar-Wettbewerb des Landkreises Fürstenfeldbruck gewonnen.

Auch auf Anregung der SMV wollen wir an der Schule Mediation einführen. Die Vorbereitungen dazu haben bereits begonnen.

4. Modernes Schulmanagement

Die Gruppe SINUS arbeitet eigenverantwortlich mit einem eigenen Budget und der selbstständigen Verfügung über ihre personellen Ressourcen. Sie werden von der Schulleitung unterstützt, indem die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen und die rechtlichen Fragen abgeklärt werden. Sie entscheiden selbst über ihr Arbeitsprogramm und ihre Aufgabenschwerpunkte, über die Arbeitsverteilung im Team, über die Teilnahme an Fortbildungen und eigene Referententätigkeit usw.

Die Schulleitung arbeitet im Team unter Einbeziehung der jeweiligen Funktionsträger, wobei die Fachbetreuer eine wichtige Rolle spielen. Eine Weiterentwicklung ihrer Funktion im Sinne von SINUS mit der eigenständigen Verantwortung für ihre Fachschaft ist schrittweise angestrebt. Soweit irgend möglich wird Transparenz über alle wesentlichen Vorgänge und Entwicklungen in der Schule im Kollegium, im Elternbeirat und der SMV hergestellt und die Beteiligung aller an wichtigen Entscheidungen sicher gestellt.


5. Kommunikation im Kollegium

In SINUS ist die Zusammenarbeit in Teams eine Selbstverständlichkeit, die sich auch in den wöchentlichen Besprechungen der Beteiligten zeigt. Kennzeichnend ist hier der regelmäßige Austausch mit der Konzentration auf die Sache. Ähnliches bahnt sich auch in anderen Fachschaften insbesondere bei der Erarbeitung aufwändiger Unterrichtsmaterialien wie Lernzirkel usw. an.Durch die zunehmende Umgestaltung der Fachsitzungen ergeben sich neue Kommunikations- und Kooperationswege. So gibt es inzwischen vermehrt gemeinsame Fachsitzungen verschiedener Fachschaften zu bestimmten Themen oder Fachsitzungen, in denen in Gruppen verschiedene Themen bearbeitet bzw. in denen Material erarbeitet wird. Dazu werden auch außerschulische Experten eingeladen.

Einzelne Arbeitsgruppen haben sich gebildet, um die Problembereiche, die in einer Lehrerkonferenz erarbeitet wurden, weiter zu untersuchen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten (z.B. zum Schülerverhalten, zum Lern- und Methodentraining usw.)

6. Kommunikation Schule-Eltern

Über SINUS werden die Eltern der jeweiligen Schwerpunktklassen zu Beginn des Schuljahres informiert; außerdem erfährt die gesamte Elternschaft Neuigkeiten und Fortschritte aus dem Projekt über Elternbriefe und bei gesonderten Informationsveranstaltungen.

Besonders gut ist die Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat, der die Schule auch inhaltlich mitgestaltet. Gemeinsam mit den Klassenelternsprechern, die es seit vielen Jahren am Max-Born gibt, sorgt der Elternbeirat für die Unterstützung von Eltern und Kollegium in Fragen der Erziehung, hat dazu verschiedene Projekte mit Eltern und Schülern durchgeführt und Gesprächskreise insbesondere für Probleme der Mittelstufe eingerichtet . Diese Gesprächskreise ("Mittelstufenstammtisch") sind ein besonders gelungenes Konzept des Elternbeirats, in denen es z. B. um Fragen der Pubertät, den Umgang mit der Angst, um Jugendschutz und Gewalt, Sexualität oder auch das Verhältnis von Müttern und Vätern zu ihren Kindern geht. Dazu werden Experten aus der Schule (z.B. Schulpsychologin) oder von außerhalb (Polizei, Beratungseinrichtungen, Jugendamt ...) eingeladen. Die Klassenelternsprecher werden in eigenen Zusammenkünften durch den Elternbeirat über wesentliche Entwicklungen in der Schule informiert.

Die Vorsitzende des Elternbeirats nimmt an jeder Lehrerkonferenz teil (Ausnahme: Notenkonferenzen) , tauscht sich wöchentlich mit der Schulleiterin aus und ist bei der Vermittlung von Konflikten tätig.

Das gute Einvernehmen mit dem Elternbeirat dokumentiert sich auch in der jährlichen Einladung des Elternbeirats zu einem Abendessen , das der Elternbeirat für das gesamte Kollegium veranstaltet.

Die Elternschaft wird regelmäßig über Elternbriefe über alle Ereignisse in der Schule und über wichtige Regelungen informiert. Bei den jährlichen Klassenelternabenden findet vor den Veranstaltungen in den einzelnen Klassen eine Versammlung des ganzen Jahrgangs zu spezifischen Themen statt, die von Mitgliedern der Schulleitung und den Stufenbetreuern durchgeführt werden. Dabei sollen im Gespräch mit den Eltern auch das Spezifikum der jeweiligen Jahrgangsstufe und Lösungsstrategien für altersspezifische Erziehungsprobleme erarbeitet werden. Ziel ist dabei auch, den Eltern die Möglichkeit zu geben, ein Netz über die gesamte Jahrgangsstufe hinweg zu knüpfen, und innerhalb dieser Jahrgangsstufe eine stärkere Identifikation herbeizuführen.

Besonders hervorheben möchte ich die Einbeziehung von Eltern als Experten insbesondere im naturwissenschaftlichen Unterricht und bei den Projekttagen der Schule.

7. Kommunikation mit anderen Schulen

Bei SINUS ist die Zusammenarbeit innerhalb eines Schulnetzes bereits im Programm angelegt. Das Max-Born ist dabei die Pilotschule in einem Netz von fünf weiteren Schulen, die sich über themenspezifische Treffen und elektronisch austauschen. Das Netz der kooperierenden Schulen ist über ganz Deutschland gespannt und verhilft nicht nur zu einem größtmöglichen Austausch von Erfahrungen, sondern auch zu neuen Einsichten darüber, wie in anderen Bundesländern gearbeitet wird.

Im Zusammenhang mit TIMSS fand ein intensiver Lehreraustausch mit einigen Schweizer Schulen statt mit gegenseitiger Hospitation. Ein Schüleraustausch wird folgen; dabei geht es um Arbeitsformen im math.nat.wiss. Unterricht, aber auch um Bedingungen schulischen Arbeitens.

Wir haben einen langjährigen Schüleraustausch mit Partnerschulen in Frankreich und den USA sowie eine Partnerschaft mit einer Schule für Straßenkinder in Cochabamba/ Bolivien.

Wir kooperieren mit unserer Nachbarschule in der Kollegstufe, um das Angebot an Leistungskursen zu erhöhen, und mit einer Grundschule, um den Übergang zwischen Grundschule und Gymnasium harmonischer zu gestalten. Die Zusammenarbeit mit unserer Nachbarschule, in der es durchaus Reibungspunkte gibt, wird vor allem auch durch traditionelle Treffen der beiden Erlternbeiräte und die sehr gute Zusammenarbeit der Schülersprecher der beiden Gymnasien positiv beeinflusst.

Gemeinsam mit jeweils einer Schule aus dem Saarland, aus Niedersachsen und aus Thüringen veranstalten wir jährlich eine gemeinsame Forschungswoche, in der die Schüler, die bei Jugend forscht und an ähnlichen Projekten arbeiten, gemeinsam ihre Vorgehensweisen und Ergebnisse diskutieren, gemeinsam experimentieren und externe Expertenvorträge hören können.

Wegen der besonderen Leistungen auf dem Gebiet der Mathematik und der Naturwissenschaften wurde das Max-Born im Jahr 2000 als eines von drei bayerischen Gymnasien durch den von der BDA geförderten Verein mathematisch naturwissenschaftlicher Excellence Center e.V. als MINT-EC ausgewählt (nähere Information unter www.mint-ec.de) und gehört diesem Schulnetz an.

8. Zusammenarbeit mit externen Partnern


Das Max-Born ist Partnerschule des Deutschen Museums und arbeitet mit wissenschaftlichen Einrichtungen wie dem Pettenkofer-Institut und dem Lehrstuhl für die Didaktik der Physik an der LMU zusammen. Dabei werden auch wissenschaftliche Vorträge für die Schule und die Öffentlichkeit organisiert.

Partnerunternehmen sind Siemens und MTU Aero Engines. Mit letzterem haben wir gerade ein neues Projekt mit Facharbeiten gestartet, die sowohl vom Kursleiter als auch von einem Mitarbeiter des Unternehmens betreut werden; die Kollegiaten legen dazu auch ein Praktikum in den Ferien ab.

Wir arbeiten auch im Rahmen des Betriebspraktikums der 9. Klassen mit örtlichen Betrieben zusammen, haben alle zwei Jahre eine große Veranstaltung zur Berufsorientierung mit Eltern und ehemaligen Schülern und wirken über musische Veranstaltungen und Auftragsarbeiten z.B. bei der Ausgestaltung einer Kirche in den öffentlichen Raum hinein. Auch die Sternwarte, die unter Leitung einer Lehrkraft von einer Gruppe derzeitiger und ehemaliger Schüler betreut wird, bietet viele öffentliche Vorträge und Beobachtungsabende an.

9. Schulidentität

Ereignisse und Entwicklungen in der Schule werden über Elternbriefe und seit neuestem auch über Schülerbriefe nach innen kommuniziert, nach außen über die Homepage der Schule www.mbg-germering.de , über eine CD-ROM und den Jahresbericht und über eine Broschüre des Fördervereins, über den wir den Kontakt mit unseren Ehemaligen pflegen. Dieser Kontakt wird auch über die jährlich stattfindende Max-Born-Gaudi-Rally verstärkt.

Eine besondere Art von Identität erreichen wir über unsere Sondereinrichtungen - Sternwarte, mikrobiologisches Labor - , die in der Schulfamilie und in der Öffentlichkeit
als Kennzeichen der Schule gesehen werden.

Über den Sohn unseres Namensgebers, Prof. Gustav Born, haben wir eine besonders enge Beziehung zu unserem Namen und den damit verbundenen Haltungen. Prof. Born hat auch eine Stiftung eingerichtet, aus deren Beträgen jährlich die besten Facharbeiten ausgezeichnet werden. Besonderen Einsatz für das Schulleben würdigen wir beim Abitur mit der Verleihung der Max-Born-Medaille.

Ein wesentliches identitätsstiftendes Kennzeichen unserer Schule ist das grundständige Latein, das ganz gegen den Trend zunehmende Schülerzahlen hat.

Weitere Mittel, die Identität stiften sollen, sind Schulpullis u. Ä. sowie (gemeinsame) Veranstaltungen des Elternbeirats, der SMV und der Tutoren. Hierher gehört auch die Schaffung von Rückzugs- und Arbeitsräumen wie z. B. die Öffnung und Neugestaltung der Bibliotheken der Schule. So baut gerade eine Gruppe von Schülern aus eigener Initiative zusammen mit einer Lehrkraft und in Kooperation mit dem Sachaufwandsträger die vor einigen Jahren ausgebrannte Turnhalle zu einem Theaterraum um. Die Entwicklung einer stärkeren Identifikation vor allem der Schüler mit der Schule ist ein besonderes Anliegen der SMV. Hier haben wir noch Handlungsbedarf, auch wenn wir feststellen können, dass sich in der Unter- und Mittelstufe inzwischen eine sehr positive Entwicklung anbahnt.

Eine weitere Maßnahme sind Jahrgangsversammlungen mit der Schulleiterin (ähnlich den im Angelsächsischen üblichen Assemblies), in denen über die Ziele der Jahrgangsstufe, besondere Ereignisse und Probleme und besondere Erfolge von Schülern gesprochen wird. Außerdem führt die Schulleiterin mit jedem Kollegiaten meist zu Beginn der Kursphase ein Gespräch, in dem es um die Orientierung auf das Ziel der schulischen Ausbildung und um besondere Fähigkeiten oder Probleme der Schüler geht.

Auch das Lehrerkabarett nimmt mit seinen Programmen die wesentlichen Grundzüge unserer Arbeit aufs Korn und schärft den Blick für unser Profil - eine Schule, in der ernste und anspruchsvolle Arbeit nicht im Widerspruch steht zu fröhlicher Offenheit und entspannter Rollendistanz.

10. Qualitätssicherung

SINUS unterliegt interner und externer Evaluation. Alle 15-Jährigen der Schule haben am nationalen Teil von PISA teilgenommen (das Ergebnis liegt leider noch nicht vor) und die Lehrkräfte sollen auch durch eine Abschlussevaluation über die Lernfortschritte ihrer Schüler informiert werden. Die SINUS-Gruppe hat außerdem ein Instrumentarium zur internen Evaluation entwickelt, durch das sowohl die Klassen zu einzelnen Lern- und Arbeitseinheiten, die in der Schule beteiligten Lehrkräfte über ihre Erfahrungen im jeweiligen Schuljahr und die im Netz beteiligten Lehrkräfte über den Erfolg der Arbeit oder von einzelnen Veranstaltungen Auskunft geben können. Dazu wurde eine Handreichung für die Lehrkräfte entwickelt. Die SINUS-Lehrkräfte besuchen sich auch gegenseitig im Unterricht, dokumentieren ihre Arbeit unter Nutzung des zentralen Servers und fordern die Kollegen im Schulnetz und in den überregionalen Netzen zu kritischen Rückmeldungen über die Unterrichtsmaterialien und -konzepte auf.

Feedback-Verfahren werden im Augenblick außerhalb SINUS eher informell eingesetzt. Systematische Evaluation ist ein Feld zukünftiger Entwicklung.

Eine besondere Form der Rückmeldung erhalten wir durch die Teilnahme an Wettbewerben. So haben wir fast in jedem Jahr Erfolge bei Jugend forscht (aktuell : Bundessieger im Fachbereich Biologie), beim Bundeswettbewerb Mathematik (aktuell : ein erster Preis in der ersten Runde ), bei Känguru (aktuell : eine herausragende Platzierung und viele Einzelpreise bei 300 Teilnehmern), beim Geo-Preis 2002 der geophysikalischen Gesellschaft (1. Preis), Erfolge bei Jugend trainiert für Olympia u.a.m. Wichtig ist uns dabei auch, dass möglichst viele Schüler sich an diesen hochrangigen Wettbewerben und Zusatzprüfungen (z.B. Teilnahme an der internationalen Englischprüfung APIEL) beteiligen.

7. Juni 2002
Barbara Loos
Oberstudiendirektorin