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Foto:
(von links)
stehend: Kathrin Fixl, Sonja Glas, Susanne Niest, Katharina Bauer,
Michael Rasch
nicht auf dem Foto: Katja Bittmann, Clemens Koppold |
1.
Tag: Sieben Schüler des MBG machen sich auf nach Kartuzy
Nach ca.
4 Stunden Fahrt, einmal Umsteigen und einer Passkontrolle erreichen wir
Cheb (Eger), um uns der tschechischen Gruppe anzuschließen. Schnell
ist klar, dass die Fahrt wohl 10 Stunden länger als erwartet dauern
wird, doch die interessante Landschaft und eine warme Mahlzeit+Getränk
für weniger als 3 Euro lassen den Schock schnell verfliegen.
2.
Tag
Nach 10 Stunden und dem Konsum einer halben Flasche Baldrian, um wenigstens
ein bißchen zu schlafen, erreichen wir Raciborz, wo wir die andere
Polengruppe abholen. Ein unerwarteter Stop von 2 Stunden folgt, da der
Beamter, der uns erklärt, dass wir erst bezahlen müssen, bevor
wir auf der Autobahn fahren dürfen, zwar in seinem Häuschen
hockt, es aber nicht für nötig hält, vor 7.00 Uhr zu arbeiten.
Also laufen wir ein paar Kreise um das Häuschen – den Herrn
böse fixierend – und nutzen die restliche Zeit, um uns in den
Bus zu setzen und zu genießen, dass er gerade mal nicht rumpelt
und wackelt.
Eine halbe Ewigkeit später erwachen wir aus der Trance, in die wir
uns vor lauter Wackeln, Lärm, Schlaflosigkeit und Rückenschmerzen
geflüchtet haben. Nach stundenlangen Versuchen zu schlafen und der
eindeutigen Beantwortung der Frage „Was ist schlimmer als Zahnschmerzen?“
sind wir endlich angekommen.
Die Pension, ein strohgedecktes Haus, das nur aus Dach zu bestehen scheint,
ist nett und auch die Zimmer sind gemütlich. Außerdem werden
wir herzlich empfangen.
Alles, wozu wir jetzt noch fähig sind (essen, duschen) und noch ein
bißchen mehr (kennenlernen, aufstellen der Hausregel, usw.), wird
erledigt. Der geplante Integrationsabend fällt allerdings aus –
wir sind einfach zu müde.
3.
Tag
Auf dem Plan steht „8.00 Uhr Frühstück“. „Ganz
schön früh!“, denken nicht nur wir, sondern auch das Küchenpersonal
und verlegt es kurzerhand auf halb neun, ohne Bescheid zu sagen. So haben
wir die Gelegenheit noch ein paar „Warming up“-Spiele zum
Aufwachen zu machen.
In vier internationale Gruppen eingeteilt bekommen wir die Aufgabe eine
Stadt, bzw. einen Ort in der Umgebung zu besichtigen, und ihn später
in einer Powerpoint-Präsentation den anderen am Samstag vorzustellen.
Gemeinsam fahren wir nach Sopot und Danzig, wo wir dafür Materialien
sammeln und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besichtigen.
Nach dem Mittagessen geht es wieder zurück in die Pension, wo die
beiden ersten Gruppen an ihren Präsentationen arbeiten und die anderen
sich erholen (vorzugsweise durch Schlaf...).
Am Abend ist ein Integrationsspiel geplant, das kurzfristig zu einem Länderfußballspiel
wird, über dessen Ausgang wir an dieser Stelle schweigen möchten...
4.
Tag
Erstes Problem des Tages: fünf Mädchen, ein Bad. Nach der Überwindung
dieser Schwierigkeit (was nur durch perfekte Koordination möglich
ist), dem Frühstück und einer kurzen Besprechung, machen wir
uns auf den Weg nach Kartuzy, um die Schule unserer Gastgeber anzuschauen.
Ein offizieller Teil mit Direktor, Bürgermeister, usw. folgt. Wir
werden Willkommen geheißen, Ansprachen werden gehalten und die Gastgruppen
stellen sich und ihren Schülerclub vor. Außerdem bekommen wir
noch eine, von den polnischen Schülern vorbereitete, Präsentation
zum Thema Europa zu sehen.
Anschließend besichtigen wir noch eine Klosterkirche und das kaschubische
Museum, um etwas mehr über die Vergangenheit des Umlandes zu erfahren.
Am Nachmittag sind die beiden zweiten Gruppen dran mit Arbeiten. Chmielno
und Ostrzyce und Umgebung werden angeschaut und bis ins kleinste Detail
fotographiert.
Den Abschluss dieses anstrengenden Tages machen ein paar gemeinsame Aktivitäten.
5.
Tag
Nach der üblichen Morgenprozedur (Aufstehen, Frühstück,
Besprechung) geht es heute mit dem Bus in das Umland von Kartuzy. Der
höchste Punkt der kaschubischen Seenplatte, das längste Stück
Holz der Welt (ein Tisch an den doch ganze 200 Leute passen) und alles,
was sonst noch sehenswert ist, schauen wir uns an.
Am Nachmittag fällt die geplante Bootsfahrt im wahrsten Sinne des
Wortes ins Wasser, da ein heftiges Gewitter aufzieht. Also verbringen
wir den Rest des Nachmittages mit Gitarrespielen, Singen und Übersetzen
der Texte für unsere Präsentationen. Letzteres ist schwieriger
als erwartet, da wir nicht direkt vom Polnischen ins Deutsche übersetzen
können, sondern den Umweg über Englisch nehmen müssen.
Abends quetschen wir uns dann alle in das Billardzimmer, um uns die fertigen
Präsentationen der einzelnen Gruppen anzuschauen. Dannach ist noch
Disco im Tischtennisraum geplant, doch der DJ scheint etwas selstame Vorstellung
von guter Musik zu haben und so verlagert sich die letzte gemeinsame Aktivität
dieses Tages nach draußen, wo es eh viel schöner ist...
6.
Tag
Heute wird der morgendliche Zeitmangel noch etwas verstärkt, da natürlich
am Vortag keiner daran gedacht hat, seine Sachen für die Abreise
zu packen. Trotzdem schaffen wir es mit nur 20 Minuten Verspätung
loszufahren, um uns Leba, eine zwei Autostunden entfernte Küstenstadt,
anzuschauen. Eigentlich sollten wir dort übernachten und erst am
nächsten Tag wieder zurück nach Cheb fahren, doch die Tatsache,
dass wir schon ein Zugticket für 1.00 Uhr am Montag in der Tasche
haben lässt uns keine Wahl. Also genießen wir noch die letzten
Stunden außerhalb des Busses: Zwei Stunden am Strand und ein Ausflug
zu den Wanderdünen, welche locker als Wüste druchgehen, wenn
man nur von der richtigen Stelle aus fotographiert. Um die Fahrt nicht
mit kiloweise Sand in den Klamotten verbringen zu müssen, nahmen
wir lange Wartezeiten in Kauf, um wenigstens fünf Minuten duschen
zu können. Nach dem anschließenden Abendessen ging es dann
wieder mit dem Bus nach Kartuzy, wo wir unsere Gastgeber absetzten. Katja
schloss sich ihnen an, um deren Gastfreundschaft noch eine Nacht länger
zu strapazieren und dann mit dem Zug nach Berlin zu fahren.
7.Tag
24 Stunden später erreichten wir Cheb, von wo aus wir fünf Stunden
später mit dem Nachtzug (Sitzwagen nicht Liegewagen...) zurück
nach München fuhren. Im Großen und Ganzen war die Rückfahrt
wie die Hinfahrt: Wackelig, anstrengend und sehr, sehr lang.
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