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2.Polenfahrt nach Kartuzy (1.06.-7.06.2004)

  Foto: (von links)
stehend: Kathrin Fixl, Sonja Glas, Susanne Niest, Katharina Bauer, Michael Rasch
nicht auf dem Foto: Katja Bittmann, Clemens Koppold

 

1. Tag: Sieben Schüler des MBG machen sich auf nach Kartuzy

Nach ca. 4 Stunden Fahrt, einmal Umsteigen und einer Passkontrolle erreichen wir Cheb (Eger), um uns der tschechischen Gruppe anzuschließen. Schnell ist klar, dass die Fahrt wohl 10 Stunden länger als erwartet dauern wird, doch die interessante Landschaft und eine warme Mahlzeit+Getränk für weniger als 3 Euro lassen den Schock schnell verfliegen.

2. Tag

Nach 10 Stunden und dem Konsum einer halben Flasche Baldrian, um wenigstens ein bißchen zu schlafen, erreichen wir Raciborz, wo wir die andere Polengruppe abholen. Ein unerwarteter Stop von 2 Stunden folgt, da der Beamter, der uns erklärt, dass wir erst bezahlen müssen, bevor wir auf der Autobahn fahren dürfen, zwar in seinem Häuschen hockt, es aber nicht für nötig hält, vor 7.00 Uhr zu arbeiten. Also laufen wir ein paar Kreise um das Häuschen – den Herrn böse fixierend – und nutzen die restliche Zeit, um uns in den Bus zu setzen und zu genießen, dass er gerade mal nicht rumpelt und wackelt.
Eine halbe Ewigkeit später erwachen wir aus der Trance, in die wir uns vor lauter Wackeln, Lärm, Schlaflosigkeit und Rückenschmerzen geflüchtet haben. Nach stundenlangen Versuchen zu schlafen und der eindeutigen Beantwortung der Frage „Was ist schlimmer als Zahnschmerzen?“ sind wir endlich angekommen.
Die Pension, ein strohgedecktes Haus, das nur aus Dach zu bestehen scheint, ist nett und auch die Zimmer sind gemütlich. Außerdem werden wir herzlich empfangen.
Alles, wozu wir jetzt noch fähig sind (essen, duschen) und noch ein bißchen mehr (kennenlernen, aufstellen der Hausregel, usw.), wird erledigt. Der geplante Integrationsabend fällt allerdings aus – wir sind einfach zu müde.

3. Tag

Auf dem Plan steht „8.00 Uhr Frühstück“. „Ganz schön früh!“, denken nicht nur wir, sondern auch das Küchenpersonal und verlegt es kurzerhand auf halb neun, ohne Bescheid zu sagen. So haben wir die Gelegenheit noch ein paar „Warming up“-Spiele zum Aufwachen zu machen.
In vier internationale Gruppen eingeteilt bekommen wir die Aufgabe eine Stadt, bzw. einen Ort in der Umgebung zu besichtigen, und ihn später in einer Powerpoint-Präsentation den anderen am Samstag vorzustellen. Gemeinsam fahren wir nach Sopot und Danzig, wo wir dafür Materialien sammeln und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besichtigen.
Nach dem Mittagessen geht es wieder zurück in die Pension, wo die beiden ersten Gruppen an ihren Präsentationen arbeiten und die anderen sich erholen (vorzugsweise durch Schlaf...).
Am Abend ist ein Integrationsspiel geplant, das kurzfristig zu einem Länderfußballspiel wird, über dessen Ausgang wir an dieser Stelle schweigen möchten...

4. Tag

Erstes Problem des Tages: fünf Mädchen, ein Bad. Nach der Überwindung dieser Schwierigkeit (was nur durch perfekte Koordination möglich ist), dem Frühstück und einer kurzen Besprechung, machen wir uns auf den Weg nach Kartuzy, um die Schule unserer Gastgeber anzuschauen. Ein offizieller Teil mit Direktor, Bürgermeister, usw. folgt. Wir werden Willkommen geheißen, Ansprachen werden gehalten und die Gastgruppen stellen sich und ihren Schülerclub vor. Außerdem bekommen wir noch eine, von den polnischen Schülern vorbereitete, Präsentation zum Thema Europa zu sehen.
Anschließend besichtigen wir noch eine Klosterkirche und das kaschubische Museum, um etwas mehr über die Vergangenheit des Umlandes zu erfahren.
Am Nachmittag sind die beiden zweiten Gruppen dran mit Arbeiten. Chmielno und Ostrzyce und Umgebung werden angeschaut und bis ins kleinste Detail fotographiert.
Den Abschluss dieses anstrengenden Tages machen ein paar gemeinsame Aktivitäten.

5. Tag

Nach der üblichen Morgenprozedur (Aufstehen, Frühstück, Besprechung) geht es heute mit dem Bus in das Umland von Kartuzy. Der höchste Punkt der kaschubischen Seenplatte, das längste Stück Holz der Welt (ein Tisch an den doch ganze 200 Leute passen) und alles, was sonst noch sehenswert ist, schauen wir uns an.
Am Nachmittag fällt die geplante Bootsfahrt im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser, da ein heftiges Gewitter aufzieht. Also verbringen wir den Rest des Nachmittages mit Gitarrespielen, Singen und Übersetzen der Texte für unsere Präsentationen. Letzteres ist schwieriger als erwartet, da wir nicht direkt vom Polnischen ins Deutsche übersetzen können, sondern den Umweg über Englisch nehmen müssen.
Abends quetschen wir uns dann alle in das Billardzimmer, um uns die fertigen Präsentationen der einzelnen Gruppen anzuschauen. Dannach ist noch Disco im Tischtennisraum geplant, doch der DJ scheint etwas selstame Vorstellung von guter Musik zu haben und so verlagert sich die letzte gemeinsame Aktivität dieses Tages nach draußen, wo es eh viel schöner ist...

6. Tag

Heute wird der morgendliche Zeitmangel noch etwas verstärkt, da natürlich am Vortag keiner daran gedacht hat, seine Sachen für die Abreise zu packen. Trotzdem schaffen wir es mit nur 20 Minuten Verspätung loszufahren, um uns Leba, eine zwei Autostunden entfernte Küstenstadt, anzuschauen. Eigentlich sollten wir dort übernachten und erst am nächsten Tag wieder zurück nach Cheb fahren, doch die Tatsache, dass wir schon ein Zugticket für 1.00 Uhr am Montag in der Tasche haben lässt uns keine Wahl. Also genießen wir noch die letzten Stunden außerhalb des Busses: Zwei Stunden am Strand und ein Ausflug zu den Wanderdünen, welche locker als Wüste druchgehen, wenn man nur von der richtigen Stelle aus fotographiert. Um die Fahrt nicht mit kiloweise Sand in den Klamotten verbringen zu müssen, nahmen wir lange Wartezeiten in Kauf, um wenigstens fünf Minuten duschen zu können. Nach dem anschließenden Abendessen ging es dann wieder mit dem Bus nach Kartuzy, wo wir unsere Gastgeber absetzten. Katja schloss sich ihnen an, um deren Gastfreundschaft noch eine Nacht länger zu strapazieren und dann mit dem Zug nach Berlin zu fahren.

7.Tag

24 Stunden später erreichten wir Cheb, von wo aus wir fünf Stunden später mit dem Nachtzug (Sitzwagen nicht Liegewagen...) zurück nach München fuhren. Im Großen und Ganzen war die Rückfahrt wie die Hinfahrt: Wackelig, anstrengend und sehr, sehr lang.