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1.Polenfahrt nach Racibórz (12.04.-18.04.2004)


  Foto: (von links)
stehend: Florian Weber, Christina Roth, Antonia Leitner, Rene Evers
sitzend: Martina Röll, Yvonne Dobmeier, Sonja Glas

 

1.Tag:
Normalerweise beginnt heutzutage ein Reisebericht mit der Ankunft am Zielort. In diesem Fall allerdings ist schon die Anreise ein Erlebnis für sich gewesen. In Deutschland fing alles noch recht harmlos an: Intercity nach Österreich (inklusive Unterhaltung durch ein paar hübsche Österreicher – gell Yvonne;-)) und von dort aus im Liegewagen nach Katowice. Zum Schlafen hatten wir aber nicht wirklich Gelegenheit. Es verging kaum eine Stunde ohne ein „Passport please“, ob nun von österreichischen, tschechischen oder polnischen Grenzkontrolleuren.

2.Tag:
Wir waren mehr als froh, als wir um ca. 4.00 Uhr morgens nach einer Stunde Wartezeit am verlassenen, ein bißchen gammeligen und vor allem kalten Bahnhof in Katowice wieder im Zug saßen.
Endlich in Racibórz angekommen, wurden wir willkommen geheißen und bekamen etwas zum Essen. René musste lernen, dass was wie Marmelade aussieht, nicht auch immer so schmeckt. Saures Kraut aufs Brot zum Frühstück – mmh lecker!
Zum Glück wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass wir den ganzen Tag zum Warten auf die Gruppe aus Kartuzy verdammt sein würden. Das hätte uns, übermüdet wie wir waren, die Laune gründlich verdorben.
Nach einem Mittagessen haben wir uns in der Stadt umgesehen und so verging der Tag doch ziemlich schnell. Abends mussten wir dann noch einmal vier Stunden Busfahrt über uns ergehen lassen, bis wir schließlich in Zakopane(Skispringen), dem Zielort, ankamen, wo wir nach einer kurzen Besprechung in unsere Betten fielen und sofort einschliefen.

3.Tag:
Nach einem reichlichen und guten Frühstück, wurden die auf solchen Fahrten überflüss...ähmm üblichen Regeln festgelegt, die wir sogar unterschreiben mussten.
Dann ging es - wieder mit dem Bus – in die Nähe eines Naturparks. Nachdem wir ungefähr eine halbe Stunde stur geradeaus gelaufen waren, gelangten wir zu einer Seilbahnstation, wo wir uns erst einmal in eine lange Schlange einreihten. So dauerte es einige Zeit bis wir an der Reihe waren (kein Problem - Warten waren wir ja mittlerweile schon gewohnt). Der Konstruktion trauten wir zwar nicht recht, aber wie man sehen kann sind wir alle wieder heil heimgekommen.
Oben auf dem Berg war es ganz lustig. Die Jungs mussten den Mädchen natürlich beweisen, wie toll sie auf Schuhen „Snowboarden“ können, was teilweise etwas daneben ging.
Nachmittags hatten wir dann noch Zeit in Zakopane shoppen zu gehen.
Im Rahmen des tschechischen Abends wurde vergeblich versucht, uns das tschechische ABC beizubringen. Beim einem Volkstanz und tschechischen Kinderspielen zeigten wir dann schon eher Motivation.

4.Tag:
Für diesen Tag war die eigentliche Arbeit geplant und so wurden wir in vier „internationale“ Gruppen aufgeteilt. Uns wurden verschiedene Themengebiete gestellt, z.B. Flora und Fauna der Gegend, Essenskultur oder die Skisprungschanzen. Die Aufgabe war es zu recherchieren und alles mit Photos zu dokumentieren, um das Ergebnis der Projekte schließlich als dreisprachige Ausstellung auf Plakaten und in Powerpoint präsentieren zu können. Abgesehen davon, dass die Organisatoren uns etwas viel Fußweg zumuteten, hat es sehr viel Spaß gemacht. Probleme ergaben sich erst am Computer mit der Übersetzung. Aber wir haben es schon irgendwie geschafft (vom Polnischen ins Englische, vom Englischen ins Deutsche oder so). Da wir erst am Abend davor erfahren hatten, was es mit dem Programmpunkt „Deutscher Abend“ auf sich hatte, blieb uns nichts anderes übrig als zu improvisieren: vom größten Heiratsmarkt Deutschlands, dem Oktoberfest, zum Kinderfest mit Spielen. Die kamen nämlich am Vorabend sehr gut an.

5.Tag:
Frühstück gab es wie jeden Morgen pünktlich um acht, danach machten wir uns auf zum „Morskie Oko“ (schwarzer See).
Obwohl der Weg dorthin ziemlich lang war, wurde uns nicht langweilig. Denn es lag Schnee, was schon alles sagt. Ich weiß nicht, wer anfing, aber nach kurzer Zeit tobte eine heftige Schneeballschlacht – „boys against girls“.
Am See war dann gezwungener Maßen erst einmal Pause. Wir hatten die Wahl zwischen Pizza oder Pfannkuchen. Wenn ich gewusst hätte, dass die Pizza mit einem Zentimeter Ketchup zugekleistert ist, hätte ich mich wohl für die Pfannkuchen entschieden.
Nach dem Ausflug arbeiteten wir ein paar Stunden an der Fertigstellung der Präsentationen.
Diesen Abend stand als Abschluss der „Serie“ der polnische Abend auf dem Programm: eine Hochzeit mit – na was wohl – den dazugehörigen Spielen, bei denen wir uns wieder mächtig amüsierten.

6.Tag:
Dieser war auch schon der letzte Tag. Während vormittags die Möglichkeit bestand, noch einmal mit in die Stadt zu fahren, sollte am Nachmittag den Arbeiten der letzte Schliff gegeben werden, um sie dann zum Abschluss präsentieren zu können.
Allerdings wurde eher weniger gearbeitet, als vielmehr Billard gespielt, bis die weiße Kugel auf unerklärliche Weise im Billardtisch verschwand und sich weder durch Stöße noch durch Anheben wieder hervorlocken ließ. Aber da es sowieso Zeit zum Abendessen war, störte uns das nicht weiter.
Um halb zehn brachen wir mit dem Bus zum Bahnhof auf, wohin uns fast alle ohne Ausnahme begleiteten. Verabschiedet wurde wir mit mehr oder weniger herzlichen Umarmungen und auch ein paar echte Tränen flossen.

7.Tag:
Ein paar von uns hatten das Glück, im Zug schlafen zu können, was ihnen aber auch nicht viel brachte, da es nachts um drei in Krakau umsteigen hieß und vor allem erst einmal stundenlang warten. Wohl haben wir uns nicht sehr gefühlt. Es waren zwar relativ viele Menschen da, allerdings von einem Schlag mit dem man eher weniger zu tun haben möchte. Also alleine dort.....
Eines hatten wir nicht erwartet: es gab ein Internetcafe. So hatten wir gleich Gelegenheit, mit unseren neuen Freunden Kontakt aufzunehmen.
Den zweiten Teil der insgesamt sechs Stunden Wartezeit verbrachten wir in einem McDonalds in Katowice. Home sweet home...
Es wäre alles glatt gelaufen, wenn wir nicht in Wien unseren Anschlusszug verpasst hätten (unserer hatte eine Stunde Verspätung). Nur gut dass wir schon in Österreich waren! So konnten wir eine halbe Stunde später in einen Zug nach Salzburg steigen und von dort aus hatten wir keine Probleme, einen Anschluss nach München zu finden. Nach 24 Stunden „Odysee“ durften wir uns wieder glücklich daheim schätzen.
Die nächsten fliegen beschlossen wir. Daraus ist allerdings eine Busfahrt geworden.