Daniel Hörder

 Daniel Hörder ist MBG-Schüler und verbringt ein Schuljahr in Neuseeland. Er berichtet regelmäßig aus seinem Gastland.

 

Frohe Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr aus Neuseeland

Hallo an alle, die mich noch erinnern!

Da ich nun seit etwa einem halben Jahr nicht mehr am MBG verweile und nun Weihnachten naht, wollte ich mich mal wieder melden.
Ich hoffe, mein Deutsch in diesem Brief ist noch einigermaßen vernünftig, sodass die Deutschlehrer nicht anfangen müssen, mir Übungen per Email zu schicken. Ich kann nur garantieren, dass mein Deutsch besser ist als das vebliebene Französisch, was ich wahrscheilnlich schon fast vollständig vergessen habe (ich brauche aber auch keine Übungen). Wenn ich zu viele Fehler gemacht habe, lasst es mich wissen. Dann kommt der nächste Brief in Englisch, da habe ich meine Mutter als Englischlehrerin schon zum Nachschlagen von Wörtern gebracht.

Im Moment habe ich Ferien, genaugenommen bis Ende Januar. Das Wetter hier war die letzten Tage recht schön mit ca. 23 Grad und Sonnenschein. Ich hoffe nur, dass es den ganzen Sommer so bleibt. Nach dem letzten Schultag war ich zunächst Ende November mit meinem Jahrgang im einem Zeltlager in den Bergen. Ich muss sagen, dass war eine richtig schöne Zeit, ich hatte sehr viel Spaß. Wahrscheinlich sogar mehr als in allen Schulandheimen etc. in Deutschland. An dem einen Tag machten wir eine Bergwanderung mit ca. 10 Leuten und sind aus dem warmen Sommer bis in den Schnee hinaufgegangen. Daneben haben wir alle möglichen Aktivitäten gemacht, sodass es nie langweilig wurde.

Nachdem wir wieder zurück waren habe ich meinem Gastvater auf dem Hof geholfen. Es hat beispielsweise fast zwei Tage gedauert, bis wir alle Lämmer von den Schafen getrennt hatten. Teilweise artete die Aktion in Ringkampf mit den Tieren aus, da sie einfach nicht in die richtige Richtung gehen wollten. Für einige Stunden saß ich auch schon auf dem Traktor. Ansonsten hatten wir einiges im Garten zu tun (hier gibt es leider englischen Kurzrasen, der fast wöchentlich gemäht werden muss). Mittlerweile stehen hier sogar schon die Christbäume. Es ist komisch, wenn sich die Lichter nicht in den Fenstern spiegeln, da es draußen zu hell ist. Am 3. Dezember hatten wir dann den offiziellen Abschluss des Schuljahres mir "prizegiving". Die ganze Zeremonie war ziemlich altmodisch, z.B. die Lehrer hatten Roben umgehängt. Da ich nicht das ganze Jahr hier war, konnte ich keinen Klassenpreis (z.B. Bester in Mathe) bekommen. Ich musste mich mit einem Zertifikat für "merit in physics" begnügen (ich wäre Bester gewesen) und bekam mündlich und inoffiziell den zweiten Platz von meiner Mathelehrerin zugesprochen. Mein Zeugniss ist auch (wie immer) gut. Damit sollte definitiv bewiesen sein, dass die PISA-Studie ein Schmarrn ist. Heute waren wir in Invercargill und haben wir alle Weihnachtseinkäufe erledigt. Morgen werden John und ich eine neue Oberfläche für den Esstisch machen, da an den alten Tisch nur 10 Personen passen. Das Ziel ist, dass bis zu 16 Personen gleichzeitig essen können.
Nächstes Jahr werde ich Maths with calculus, Maths with Statistics, Physics, English und Graphics&Design als Fächer wählen. Damit hoffe ich mindestens auf dem deutschen Standart für die Kollegstufe zu sein, vielleicht sogar weiter.

Ende Oktober war ich mit meiner Familie für ein langes Wochenende in Wanaka, einem kleinen Ort an einem See in den Bergen mit einer einfach fantastischen Landschaft. Ich habe meine ersten Schwünge mit dem Golfschläger gemacht sowie meine ersten Fischversuche.

Am Mittwoch werde ich einen kleinen Urlaub im Süden der Nordinsel und dann an der Ostküste der Südinsel machen, sodass ich dann ein paar Tage vor Weihnachten wieder zurück bin. Ich denke, dass wird auch viel Spaß machen.

Seit einigen Wochen spiele ich im Nachbarort einmal pro Woche Touch. Das ist eine Version von Rugby, bei der es weniger Verletzte und einfachere Regeln gibt. Sonst mache ich selber eigentlich keinen Sport mehr, zum Rudern fehlt das Wasser hier. Wenn es möglich ist, schaue ich mir stattdessen die Übertragung des Louis Vuitton Cup an. Es ist zwar nicht wahnsinnig spannend, aber es ist schöner den Booten zuzuschauen als z.B. Autos oder Pferden, was beides ziemlich wichtig hier ist.

Das ist nun eigentlich alles, was ich berichten kann. Ich hoffe, am MBG geht es allen gut,

Kia ora

Daniel Hoerder

PS: Der angeblich beste Witz der Welt (laut britischer Zeitung):
Two men meet to go hunting. Both enter a forest. After a while, one man falls over a root and falls to the ground. The other hunter is coming to help. When he arrived, the first one is unconscious. The second man does not know what to do and thinks, his friend is dead. He calls the emergency services.
"111, what can I do for you?"
"My friend felt over a root. He doesn't react. What should I do?"
"Let's make sure that he is dead."
On the other end of the line, the emergency worker hears a shot.
The hunter: "Okay. What now?"


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