Am
4.März 2005 ging es für 20 Schüler der 10. Klassen
in Begleitung von Frau Adeli und ihrer Tochter ab nach Chicago.
Nach einem über neunstündigen Flug zum O´Hare Airport
wurden wir von einem alten, klapprigen und gelben Schulbus abgeholt
und zur Adlai E. Stevenson High School gefahren. Die Fahrt dauerte
über eine Stunde.
Dort angekommen wurden wir auch gleich von unseren Gastfamilien
begrüßt und nach Hause gefahren. Der erste Abend war
für die meisten nicht sehr lang, da wir wegen der Zeitverschiebung
einen Jet Lag hatten.
Am ersten Wochenende hatten wir bei einem gemeinsamen Abendessen
die Möglichkeit die anderen amerikanischen Austauschpartner
und deren Familien kennen zu lernen und „eröffneten“
unseren Austausch mit einem Besuch eines Football Spiels der Chicago
Rush.
Unser erster „Field Trip“ führte uns nach Chicago Downtown.
Mit unserem amerikanischen Schulbus wurden wir zum Navy Pier gefahren,
wo wir einige Zeit die Skyline von Chicago bewunderten. Danach machten
wir eine Trolley-Tour durch Chicago, wobei wir wegen der beschlagenen
Scheiben im Bus eh nichts sehen konnten. Der Fahrer, der uns eigentlich
etwas Interessantes über die Stadt erzählen sollte, berichtete
uns über sämtliche Serienmörder, die es je in Chicago
gegeben hat.
Nachdem wir dies hinter uns gebracht hatten, wurden wir zum Hancock
Building, dem zweithöchsten Gebäude neben dem Sears-Tower
in Chicago, gebracht. Der Ausblick vom 94. Stock war beeindruckend
und zeigte uns, dass Swimming Pools auf Dächern ziemlich beliebt
sind.
Außer der Field Trips, die uns ungefähr die Hälfte
unsere Aufenthaltszeit in Chicago beschäftigten und unter anderem
aus dem Besichtigen von China – Town, einem lokalen Fernsehsender,
einer Fahrt nach Wisconsin oder zum Beispiel einem Besuch in der
Harley Davidson Factory bestanden, besuchten wir die High School.
Es ist erstaunlich wie man 5000 Schüler in einer Schule unterbringen
kann. Nachdem wir eine Führung durch die Schule gemachten hatten,
in welcher uns zum Beispiel die Schwimmhalle, die riesigen Sporthallen
und Sportplätze, das große Theater und die 3 Computerräume
gezeigt wurden, fanden wir uns noch weniger zurecht als vorher.
Nicht selten kam es vor, dass einer der deutschen Austauschschüler
nicht zum Unterricht erschien, da er sich verlaufen hatte („Ok,
ich geh nach links – und du nach rechts!“) In unsere
Pausen, die ganze 50 Minuten (!!) beanspruchten, hielten wir uns
in einer der 3 Cafeterias auf. Im Angebot waren Hot Dogs, Pizza,
Subway – Sandwiches, Pommes, Eis, Popcorn und – welch
Wunder – sogar einige Salate!
Im Unterricht ging es uns wie den amerikanischen Schülern,
wir durften uns unseren Stundenplan selber zusammenstellen. Neben
Fächern wie Englisch oder Mathe kann man dort auch Psychologie,
Improvisations – Theater oder Aerobic belegen. Um halb 4 war
unser langer Schultag endlich vorbei und wir wurden entweder vom
Schulbus oder von unseren Gasteltern nach Hause gebracht.
In unserer restlichen Freizeit machten wir Ausflüge mit der
Familie, mit den Austauschpartnern oder man traf sich mit einigen
seiner deutschen Freunde. Vor allem das Bowlingcenter und die riesigen
Shoppingmalls, in die so mancher eine Menge Zeit und Geld investierte,
waren sehr beliebt. Aber auch Videoabende in einem der „Heimkinos“
unserer Gastfamilien, welche meistens mit einem riesigen Fernseher
oder sogar einem Beamer, dazu mit Dolby Sourround System und einer
großen gemütlichen Couch ausgestattet waren. Auch Kicker,
Tischtennisplatten und Air – Hockey waren Teil der beeindruckenden
Ausstattung der Häuser.
Nicht nur das, sondern auch viele andere Tatsachen haben dazu beigetragen,
dass es uns allen sehr gut gefallen hat und wir diesen Austausch
nicht so schnell vergessen werden. Es war interessant die amerikanische
Lebensweise zu beobachten und auch unser Englisch sollte sich verbessert
haben. Viele nette und freundliche Menschen, die wir dort als Freunde
gewonnen haben, führten dazu, dass beim Abschied so manche
Träne floss. Deshalb freuen wir uns schon auf den Besuch der
Amerikaner in Deutschland und bedanken uns ganz herzlich bei Frau
Adeli und ihrer Tochter, die unseren absolut unvergesslichen Aufenthalt
erst zu dem gemacht haben, der er war!
Text: Isabell Bühler, Gabi Kaderka, Sina Schimansky, Jeanette
Bretan
Fotos: Michael Dönhöfer
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