LA DOLCE VITA!

Bei frostigen Temperaturen machten sich am 31. März Schülerinnen
und Schüler der 11. und 12. Klasse unter der Leitung von Frau
Brehmer und Herrn Schröder auf den Weg nach „Bella Italia“.
Obwohl sie ihre Austauschpartner schon im Oktober kennen lernen durften,
waren alle gespannt, was sie erwarten würde. Zuerst standen aber
eine Nacht und ein Tag in Mailand auf dem Programm. Nach hektischem
Umsteigen in Verona und einer kurzen Fahrt mit der Straßenbahn
konnte im Hotel „Ca’ Grande“ eingecheckt werden
– die Zimmer waren unerwartet größzügig!
Da der geplante Besuch in der Oper „Scala“ wegen Programmänderung
leider ausfallen musste, entschied sich die Gruppe für einen
„aperitivo“ in einem italienischen Café. Die Sitte
neben einem Getränk kostenlose „antipasti“ serviert
zu bekommen, wurde von allen dankbar ausgenutzt. Die Schüler
wurden an diesem Abend Zeuge einer Razzia und auch Frau Brehmer hatte
sehr viel Spaß mit ihren italienischen Freunden aus der Unizeit,
die „zufälligerweise“ gerade in der Gegend waren!
Dementsprechend wurde am nächsten Tag begeistert gefrühstückt
und es ging zu diversen Sehenswürdigkeiten: dem Mailänder
Friedhof, Castello Sforzesco und der romanischen Kirche Sant `Ambrogio.
Nach einer kleinen Stärkung durch die typisch mailändische
Spezialität „panzerotti“ wurden die Galleria Vittorio
Emanuele II und der gewaltige Dom besichtigt. Nachdem alle schon von
der Pracht des Innern der Kirche überwältigt waren, wurde
einstimmig auch die Besteigung des Domes beschlossen. Von oben hatte
man einen gigantischen Ausblick auf die Stadt.
Den Rest des Nachmittags bekamen die Schüler zur individuellen
Gestaltung frei, um dann pünktlich um 17 Uhr den Zug nach Brescia
zu nehmen.
Die Nervosität stieg von Station zu Station. Frau Brehmer bereitete
uns noch auf die Essgewohnheiten der Italiener vor, als wir auch schon
am Ziel angekommen waren. Mit vielen „baci“ wurden wir
von unseren italienischen Freunden und deren Eltern begrüßt.
Am nächsten Tag im Zug Richtung Lago d`Iseo wurden dann die ersten
verschiedensten Eindrücke und Erlebnisse mit den Gastfamilien
berichtet – die „mega-pranzo“ ( = Brotzeit)
- Vorräte sprachen für sich!
Gut gefüllt stiegen wir in das „vaporetto“ für
eine Seerundfahrt. Dem Kapitän boten wir einen mehr oder weniger
unfreiwilligen Kanon aus italienischen Liedern und er setzte uns mit
einem schiefen Lächeln auf der größten Insel ab. Bei
strahlendem Sonnenschein wanderten wir dann 1 ½ h zu einer
Kapelle. Gebräunt , bergluftmüde und mit Frühlingsgefühlen
stiegen wir, nachdem zahlreiche Photos vor dem Panoramablick geschossen
worden waren, wieder hinunter ins Tal.
Die italienischen Unterrrichtsmethoden lernten wir am Liceo Leonardo
in Brescia an den Vormittagen Montag, Mittwoch und Freitag kennen.
Das Nacktmodell im Kunstunterricht und der kumpelhafte Umgang der
Lehrer mit den Schülern erstaunte uns schon sehr.( Im Deutschunterricht
kämpften die Italiener mit einem Goethe-Text, der selbst für
Deutsch LK`er eine Herausfordung darstellte.)
Das Kulturprogramm in Mantova und Sirmione am Lago di Garda bot eine
gelungene Abwechslung. Der freie Nachmittag am Mittwoch verleitete
viele zum ausgiebigen „shopping“ in Brescia. Nach einer
Fahrt im Zug, den zwei Leute verpassten, sind wir am Donnerstag mit
der Seilbahn hoch in die Altstadt von Bergamo gefahren. Dort wurde
unter der Führung des italienischen Kunstlehrers eine Kirche
besichtigt und wegen Regenwetters eine längere Pause in diversen
Cafés eingelegt.
An diesem Abend wurden wir von den Italienern zum Abschluss des Austausches
in eine Pizzeria eingeladen. Es war ein gelungener und langer Abend.
Leider hieß es am Freitag nach dreistündigem Unterrichtsbesuch
und dem Abschluss der gemeinsamen Projektarbeit „Was Straßennamen
über die Geschichte eines Landes erzählen“, Abschied
nehmen.
Alle schafften es erstaunlicherweise pünktlich an den Bahnhof,
und beladen mit Colombas (Ostertaubengebäck) und riesigen Ostereiern
stiegen wir in den Zug zurück ins verschneite Deutschland.
Sabine Lennert, Hanna Krause K I
|