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Nantes Austausch 2007

 

Der 24. April des Jahres 2007 war ein Schicksalstag. Nunmehr, um 20:56Uhr sollte die Qual der letzten Wochen beendet werden und es 22 Individuen ermöglicht werden, für annähernd 2 Wochen in den Irrgarten der französischen Lebensweise zu entfliehen...
Das Gepäck insbesondere jenes weiblicher Teilnehmer fiel außerordentlich voluminös aus, schließlich sollten sich die Schüler wenigstens einige Tage lang selbst versorgen können, ohne auf Froschschenkel, Schnecken oder Austern zurückgreifen zu müssen. Die Stimmungsschwankungen reichten von gleichgültig-gelangweilt über panisch zur ausgelassenen Party-Stimmung (mit äußerst wenig Schlaf J ).
Um Punkt 6:54Uhr erreichte die Gruppe Paris, einige torkelten etwas schlaftrunken auf dem Bahnhof herum. Anschließend wurden die Schüler (und die 2 Lehrer) zum Hotel gefahren, wo das Gepäck abgeladen wurde um nun mit dem umfangreichen Programm zu beginnen: Mit von der Partie waren der Eiffelturm (wie überraschend), Notre-Dame, die legendäre Métro (mit lebensgefährlichen Presslufttüren) und ein typisch Pariser Café, wo wir köstliche Croissants gegessen haben und uns der Qual der Wahl stellen mussten, welchen von den geschätzten 15 verschiedenen Sorten Café wir trinken wollten...
Wir trafen auch auf tüchtige Geschäftsleute, die den unschuldigen Schülern ausdauernd und zunehmend verzweifelter Eiffelturmminiaturen andrehten. Schließlich in Nantes angekommen, wurden wir -total „crevés“- empfangen und auch nach Hause gefahren...

Do: Die französische Schule blieb den meisten Schülern sehr angenehm in Erinnerung: Mit einem riesigen Pausenhof ausgestattet (da wirkt unser momentaner 15x15m Pausenhof einfach lächerlich! > Baustelle!!!), einer beneidenswert guten Physik&Chemie Ausrüstung und 5(!) Schulgebäuden und netten Lehrern war das auch kein Wunder! Wegen des großen Areals hat man sich leider manchmal verlaufen...

Fr: Nachdem wir alle brav in der Schule waren, machten wir eine Stadtrallye in Nantes. Auffallend war, dass die meisten Franzosen sehr touristenfreundlich sind und uns die gesuchten Informationen beschafften, andere waren in ihrem begeisterten Redefluss kaum zu stoppen J . Später, als die Gruppen die Themen mehr oder weniger gut bearbeitet hatten, durften wir shoppen (toll für die Mädels!).

Mo: Das Wochenende hat jeder überlebt und es war narürlich interessant zu erfahren, was die Gastfamilien der Freunde unternommen haben...
Wir besuchten das „Château de Nantes“ und waren alle sehr erstaunt, dass es sich beim vermeintlichen Schloss um ein Stadtmuseum handelte; es war sehr informativ, aber nicht gerade schön.

Mi: Keine Schule, aber dafür ein Ausflug zum „Golfe de Morbihan“! Zuerst eine Stadttour in Vannes: Mäßig interessant, aber eine hübsche Stadtmauer und ein Markt, auf dem man eine „Abou-Hose“ erwerben konnte (eigentlich ein Insider, inzwischen sollte es aber jeder kennen). Dann auf der Insel: Wir erhielten zwar einen Plan, dennoch haben wir uns ständig verlaufen. In meiner Gruppe zumindest liefen die französischen Austauschpartner sehr zielstrebig in eine Richtung; bei Gabelungen wurde der „logischste“ (?!) Weg genommen. Trotzdem kamen wir wieder zurück, nachdem wir die mit einer gigantischen Höhe von 1,10m bemessenen „Hinkelsteine“ gesehen hatten.

Do: Stichwort: Activité supermarché: Erst eimal angekommen, betrachteten wir das Gebäude von außen: Schön ist definitiv etwas anderes! Prompt werden wir von zwei großen, schwarzen Männern des Security Personals daran gehindert den Supermarché zu betreten. Nach einem kurzen, energischen J Gespräch mit Frau Bühler wurde den unschuldigen Schülern bekannt gegeben: Die Rucksäcke müssen abgelegt werden (wahrscheinlich gegen Diebstahl, vielleicht haben die Security Männer ja auch Angst vor Bomben oder so... J .) Wir mussten versprechen, dass wir keine Betriebsspionage betreiben (Schüler mit Stift und Papier sehen nämlich ungemein gefährlich aus) , ferner dürfen wir unter keinen Umständen eine Kundenbefragung durchführen (ÄÄÄHH, der hat wahrscheinlich noch nie eine Rallye gesehen, geschweige denn gemacht!!!) . Nach diesen umfassenden Sicherheitsvorkehrungen konnten wir dann die Rallye starten und für unsere lieben Eltern etwas Eßbares kaufen.

Fr: Ausflug zum Kindergarten: Die Kinder waren voll süß und wir mussten das Märchen „Hänsel und Gretel“ auf Französich erzählen und zwar zum Thema Menschenfresser (??!!!). Wir konnten zwar jedes vierte Wort nicht und unsere Aussprache war katastrophal und zuweilen etwas bayrisch J , aber wie durch ein Wunder arbeiteten die Kleinen gut mit und verstanden die ganze Geschichte (Puuh , überstanden!!).Mit großem pädagogischen Talent vermittelten wir ihnen das deutsche Wort „Hexe“, welches allgemeine Begeisterung bei den Kleinen auslöste. Wir trällerten noch lustige Kinderlieder, dann fuhren wir nach Clisson und missbrauchten einen harmlosen Kinderspielplatz zu einem Capoera-Übungsplatz und zum Klimmzug- Contest J . Nach der Besichtigung der römischen Architektur, besuchten wir noch die Burg in Clisson, und die war wirklich einmalig. Wirklich wunderschön, riesig und ganz im Mittelalterstil.

Mo: Trauergefühle dominierten sämtliche andere Empfindungen: Der Tag der Heimkehr! L Doch am Ende sind sich alle (denke ich ) einig: Der Austausch mit dem Lycée Colinière war génial!!!

Einige Erlebnisse am Rande :

Schüler Z musste leidvoll erfahren, dass Austern nach dem Öffnen der Schale und dem Einflösen von Zitronensaft noch lebensfähig sind, was sich darin bemerkbar macht, dass sie wild zappeln....

Nach einem deliziösen Essen musste Schülerin Y erfahren, dass es sich um Pferdefleisch handelte (Boum, c’est le choc!).

Weil ein gutmütiger Familienvater gewohnheitsgemäß seine Söhne am Morgen und am Abend abküsste und er gelernt hatte, dass man sich in Deutschland lieber die Hand gibt anstatt sich zu küssen, gab er Schüler X täglich ca. 3 Mal die Hand... (über 2 Wochen lang... J )

Schüler Z, mit ausreichender Kenntnis der französischen Sprache gesegnet, musste mühevoll folgende Wortgruppe erlernen, die bei ihm zu größter Verwirrung beigetragen hat: pâte, pâte, patte, pâtée, pâté

Oder auch Teig, Nudeln, Hundepfote, Hundefressen, Pastete (tja, die französische Sprache!).

Hiermit spreche ich eine Warnung aus, für alle Paris-Reisenden: Gebt acht auf eine alte Frau, die vor dem Centre-Pompidou mit einer Art Laute spielt: Die Musik ist so grausam, dass ich schon erwogen hatte, ihr Geld zu geben, damit sie in Gottes Namen aufhört!

 

Daniel Porsch