Sophia Steckeler

 

Sophia Steckeler belegte beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert 2002 einen
zweiten Platz


Fürstenfeldbrucker SZ vom Samstag/Sonntag, 1./2. Juni 2002

FEUILLETON

Mit 14 schon Jungstudentin


Die Harfenistin Sophia Steckeler und ihre Pläne

Germering - Harfe, das Instrument goldlockiger Engelchen, die mit Vorliebe zur Weihnachtszeit klimpernd vom Himmel hernieder schweben. Ein Image, dass der Harfe nach wie vor anhaftet und gegen das Sophia Steckeler auch gar nicht allzu viel einzuwenden hat. "Das ist gut für uns, denn es verkauft sich gut", erklärt sie. Selbst ist die siebzehnjährige Germeringerin zwar goldgelockt, doch ihr Auftreten ist eher energisch denn engelhaft. Auch bestätigen nur wenige von ihr auf der kunstvollen Salvi-Harfi angeschlagenen Takte, dass Harfe alles andere als ein leises Instrumentist. "Der Klang geht durchs ganze Haus, dass ist sogar lauter als das Schlagzeug meines Vaters", erzählt Sophia.

Zuerst Klavier

Warum ihre Wahl gerade auf dieses Instrument fiel und auf kein anderes, kann sie heute nicht mehr sagen. "Ich weiß nur, dass ich es bei Freunden meines Vaters bei einem Hauskonzert zum ersten Mal hörte und mir sicher war, dass ich das auch lernen wollte", erinnert sie sich. Damals war Sophia gerade drei Jahre alt. Als sie vier wurde, erkundigten sich die Eltern bei der Harfenistin Gudrun Haag, Dozentin am Münchner Konservatorium, ob sie ihr Unterricht geben würde. "Aber ich musste erst warten und Klavier lernen, um Noten lesen zu können". Doch mit sieben konnte es endlich losgehen. Mit 14 wurde sie Jungstudentin an der Münchner Musikhochschule und erhält seitdem Unterricht bei der Professorin Helga Storck.

 

Als Wunderkind würde Sophia sich allerdings nicht bezeichnen. "Mein Talent habe ich wohl ererbt, denn meine Mutter ist Pianistin und mein Vater Schlagzeuger beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks", erzählt sie. Auch ist der Erfolg hart erarbeitet. "Ich übe täglich drei Stunden, in den Ferien auch mal mehr". Für andere Hobbys bleibt da kaum Zeit. Auch Schule ist für sie vor allem lästig, weil zeitraubend. Und so freut sie sich vor allem auf die rund zehn Wochen, die sie im Laufe des Jahres mit dem Bundesjugendorchester üben und auf Tournee sein kann. "Ich bin unglaublich glücklich, dass ich das Probenspielen bestanden habe und dort mitmachen darf".

Im Sommer wird Sophia mit dem Orchester nach Barcelona und Menorca fahren, um dort Heinz Werner Henzes "Bacarola" und Wagners "Meistersinger"-Ouvertüre zu spielen. Doch zuvor wird sie noch in Genf bei einem Meisterkurs gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Theresa drei Kadenzen von Mozart für Querflöte und Harfe spielen.

ANN-KATRIN HORST


Wir danken der SZ recht herzlich für die Erlaubnis, diesen Artikel widergeben zu dürfen.