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Germering
- Harfe, das Instrument goldlockiger Engelchen, die mit Vorliebe
zur Weihnachtszeit klimpernd vom Himmel hernieder schweben. Ein
Image, dass der Harfe nach wie vor anhaftet und gegen das Sophia
Steckeler auch gar nicht allzu viel einzuwenden hat. "Das ist
gut für uns, denn es verkauft sich gut", erklärt
sie. Selbst ist die siebzehnjährige Germeringerin zwar goldgelockt,
doch ihr Auftreten ist eher energisch denn engelhaft. Auch bestätigen
nur wenige von ihr auf der kunstvollen Salvi-Harfi angeschlagenen
Takte, dass Harfe alles andere als ein leises Instrumentist. "Der
Klang geht durchs ganze Haus, dass ist sogar lauter als das Schlagzeug
meines Vaters", erzählt Sophia.
Zuerst
Klavier
Warum
ihre Wahl gerade auf dieses Instrument fiel und auf kein anderes,
kann sie heute nicht mehr sagen. "Ich weiß nur, dass
ich es bei Freunden meines Vaters bei einem Hauskonzert zum ersten
Mal hörte und mir sicher war, dass ich das auch lernen wollte",
erinnert sie sich. Damals war Sophia gerade drei Jahre alt. Als
sie vier wurde, erkundigten sich die Eltern bei der Harfenistin
Gudrun Haag, Dozentin am Münchner Konservatorium, ob sie ihr
Unterricht geben würde. "Aber ich musste erst warten und
Klavier lernen, um Noten lesen zu können". Doch mit sieben
konnte es endlich losgehen. Mit 14 wurde sie Jungstudentin an der
Münchner Musikhochschule und erhält seitdem Unterricht
bei der Professorin Helga Storck.
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Als
Wunderkind würde Sophia sich allerdings nicht bezeichnen. "Mein
Talent habe ich wohl ererbt, denn meine Mutter ist Pianistin und
mein Vater Schlagzeuger beim Symphonieorchester des Bayerischen
Rundfunks", erzählt sie. Auch ist der Erfolg hart erarbeitet.
"Ich übe täglich drei Stunden, in den Ferien auch
mal mehr". Für andere Hobbys bleibt da kaum Zeit. Auch
Schule ist für sie vor allem lästig, weil zeitraubend.
Und so freut sie sich vor allem auf die rund zehn Wochen, die sie
im Laufe des Jahres mit dem Bundesjugendorchester üben und
auf Tournee sein kann. "Ich bin unglaublich glücklich,
dass ich das Probenspielen bestanden habe und dort mitmachen darf".
Im
Sommer wird Sophia mit dem Orchester nach Barcelona und Menorca
fahren, um dort Heinz Werner Henzes "Bacarola" und Wagners
"Meistersinger"-Ouvertüre zu spielen. Doch zuvor
wird sie noch in Genf bei einem Meisterkurs gemeinsam mit ihrer
Zwillingsschwester Theresa drei Kadenzen von Mozart für Querflöte
und Harfe spielen.
ANN-KATRIN
HORST

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