Schüler vom Max–Born–Gymnasium beim Wettbewerb Jugend experimentiert (bis 14 Jahre) / Jugend forscht (ab 15 Jahre)
Wasserkügelchen können über eine Wasseroberfläche rollen wie eine Stahlkugel über ein gespanntes Tuch. Das haben drei Jungforscherinnen des Max-Born-Gymnasiums untersucht, die im Februar 2009 beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“ im Regionalwettbewerb am Flughafen München antraten. Sophie Schumacher, Kristina Lautenschütz und Luisa Horn beobachteten, dass sich die Wasseroberfläche unter den rollenden Wasserkügelchen ein wenig eindellt, so wie die Stahlkugel das Tuch verformt, nur in kleinerem Maßstab, „denn unsere Wasserkügelchen sind höchstens ein paar Millimeter groß“, erläutert Sophie. „Das eigenartigste aber ist, dass diese Kügelchen sekundenlang herumrollen, ohne sich mit dem Wasser zu vereinigen, so dass man sie vorsichtig über die Wasseroberfläche pusten kann“, berichtet Kristina, die unzählige Filme über deren Verhalten gedreht hat. Selbst Zusammenstöße zwischen zwei Kügelchen haben die Siebtklässlerinnen dokumentiert.
In zahlreichen Versuchsreihen haben sie untersucht, wie man viele Kügelchen erzeugen und sie größer und langlebiger machen kann. Als wichtigster Einfluss entpuppte sich Spülmittel. „Wir haben eine Theorie, wie Spüli in den Kügelchen diesen Effekt erzeugt“, erklärt Luisa. Nach ihrer Vorstellung streckt jedes der unzähligen Spülimoleküle seinen langen, hydrophoben Stab aus dem Wasser des Kügelchens heraus, das damit wie ein Igel mit winzigen wasserabstoßenden Stacheln gespickt erscheint. Diese Stacheln verhindern dann die Vereinigung mit der Wasseroberfläche.
So mancher aufmerksame Beobachter dürfte die Wasserkügelchen schon nach dem Abspülen in der Wanne bemerkt haben, ohne sich solch detaillierte Fragen gestellt zu haben.
„Im letzten Sommer gab es so viele Schnecken, dass sie uns den ganzen Salat zusammengefressen haben“, ärgert sich Steffi Löffler. Konsequent suchte sie mit Christina Zou (beide 9. Klasse) nach biologischen Abwehrmöglichkeiten, die sie beim Jugend-forscht-Wettbewerb präsentierten. Sie pressten Zitronensaft aus und rieben getrocknete Tomatenstrünke, aus denen sie mit Alkohol Wirkstoffe extrahierten, strichen feine Glashärchen von Kartoffelpflanzen und lösten sie in Wasser. Eigens gezüchtete Kresse wurde mit den Substanzen präpariert und Schnecken angeboten. „Die Schnecken hatten die freie Wahl, was sie fressen wollten, denn wir wollten jede Tierquälerei vermeiden,“ berichtet Christina. Nach naturgemäß langwieriger Beobachtung stellte sich heraus, dass Kresse mit Zitronensaft Schnecken anzieht. „Eine Schnecke starb nach dem Genuss der Kartoffelessenz und Koffein scheint die Schnecken zu betäuben“, berichtet Steffi. In ihren Versuchen erwies sich ein Zwiebelaufguss als effektivstes Mittel: Nicht eine einzige Schnecke näherte sich der damit behandelten Kresse. „Schnecken riechen, was ihnen angeboten wird und wählen danach aus“, vermutet Christina. Die Frage, ob es Menschen mit Zwiebelkresse nicht ähnlich ergeht, haben die Jungforscherinnen noch nicht geklärt.
Die Schülerinnen haben mit wissenschaftlicher Genauigkeit beobachtet, verschiedenste Einflüsse untersucht und so die Grundkenntnisse, die sie im naturwissenschaftlichen Unterricht erworben haben, für ihre Forschungsarbeit nutzbar gemacht. Durch den Wettbewerb lernen sie ihre Ergebnisse zu sortieren und verständlich zu präsentieren. Besonders wichtig ist die Eigenständigkeit, die die Jungforscher entwickeln. Sie suchen sich selbst ein Projekt, das sie unter die Lupe nehmen, und finden den Weg weitgehend selbst. Der Lehrer wird hier zum Ratgeber.
Eckart Werner-Forster, Betreuungslehrer „Jugend forscht“
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