Wälder
werden oft nur als Bestand von Bäumen wahrgenommen. Dass sie
jedoch ein äußerst komplexes Wirkungsgefüge bilden,
konnte ich durch meine Facharbeit sehr anschaulich unter Beweis
stellen. Dazu habe ich ein kleines Waldstück ausgesucht, das
sich in unmittelbarer Nähe des Ballungsraumes Germering befindet.
Das Ziel der Arbeit, mit der ich auch an “Jugend- Forscht”
teilgenommen habe, bestand darin, die Flora genau zu analysieren
und Beziehungen zwischen den herrschenden Standortfaktoren und der
daraus resultierenden Pflanzenwelt herzustellen.
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Bei
den Standortbedingungen habe ich das Hauptaugenmerk auf die Analyse
exemplarisch ausgewählter, abiotischer und biotischer Umweltfaktoren
gelegt. Dabei habe ich beispielsweise die Temperatur, den Wasserhaushalt
und die Einwirkung von Schädlingen und Nützlingen als
Einflüsse auf das Pflanzenwachstum untersucht.
Einen Schwerpunkt habe ich auf die Untersuchung der Bodenbedingungen
gelegt. Hierbei habe ich Vor- Ort- Untersuchungen (z.B. Anfertigung
eines Schnittes durch die Bodenhorizonte zur Untersuchung des
Bodentyps) mit chemischen Versuchen im Labor verbunden, um aussagekräftige
Ergebnisse zu erhalten.
Anhand der Analyse der Bodenart und des Bodengefüges konnte
ich feststellen, dass das Untersuchungsgebiet eine gute Bodenqualität
besitzt. Dies konnte durch einen Kresse-Test bestätigt werden.
Ein halbquantitativer Eisentest ergab, dass der Boden zwar Eisen
enthält, dieses aber chemisch gebunden ist und daher die
Vegetation nicht negativ beeinflusst. Auch weitere Parameter,
die üblicherweise zur Beurteilung der Bodenqualität
herangezogen werden (pH- Wert, Kalk- und Nitratgehalt, Humusgehalt
und Wasserkapazität) bestätigten, dass selbst anspruchsvolle
Pflanzen einen günstigen Standort im Waldgebiet finden können.
Entsprechend der guten Bodenqualität lässt sich die
Flora als sehr vielfältig und intakt beschreiben. Um diese
Vielfalt zu veranschaulichen, habe ich zunächst eine detaillierte
Aufstellung aller vertretenen Pflanzenarten angefertigt. Die Artenliste
umfasst 81 Vertreter, darunter auch drei geschützte Arten
(Seidelbast, Großes Zweiblatt, Stechpalme). Hinzu kommt,
dass das Untersuchungsgebiet einige sehr alten Stiel- Eichen und
Winter- Linden beheimatet.
Damit konnte ich den überraschenden Nachweis erbringen, dass
sich die stadtnahe Lage nicht negativ auf die Artenvielfalt des
Waldes ausübt. Dieser kann somit als ökologisch wertvolle
„Insel“ in direkter Nähe zum Ballungsraum angesehen
werden.
Ergänzt werden diese Beobachtungen durch eine genaue Beschreibung
des Erscheinungsbildes der Waldflora. Dazu habe ich den Stockwerkbaus
des Waldes möglichst exakt analysiert und eine Kartierung
des Bestandes angefertigt.
Die genauere Untersuchung standorttypischer Vertreter in der Baum-,
Strauch-, Kraut- und Moosschicht zeigte, dass sich die in der
Literatur angegebenen Standortansprüche mit meiner Analyse
der Umweltfaktoren decken.
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