Vorwort zum Jahresbericht 2007/08

Umschlag: Pinguine, Klasse 5c/d

„Gymnasium – Quo vadis?“ So lautete das Thema des Referats, das ich kürzlich bei der Hauptversammlung des Max-Born-Netzwerks gehalten habe. Mit dem Wandel der Gesellschaft und den Veränderungen in den Familien muss sich auch Schule weiter entwickeln. Besonders augenscheinlich wird das in unserer Schule, wenn wir die baulichen Veränderungen in diesem Schuljahr betrachten. Der Anbau mit Mensa und Arbeits-/ Aufenthaltsräumen ist fertig gestellt und so können unsere Schülerinnen und Schüler im kommenden Schuljahr mittags ein gesundes Essen bekommen und sich in den neuen Räumen nachmittags auch außerhalb des Unterrichts zum betreuten Arbeiten, zum Weiterlernen in Wahlkursen und AGs und zum Spielen in der Schule treffen.

Der verstärkte Nachmittagsunterricht bringt es mit sich, dass sich Schülerinnen und Schüler länger in der Schule aufhalten und ihre Schule auch zunehmend als Lebensraum betrachten, in dem nicht nur gearbeitet wird, in dem man sich auch mit seinen Freunden trifft, seinen Interessen nachgehen kann, Hilfe und Unterstützung bei Leistungsschwächen und bei den Hausaufgaben bekommt. Jeder, der wollte, konnte schon in diesem Schuljahr auf ein reichhaltiges Angebot zurückgreifen; Einblicke in viele dieser Angebote gibt es in diesem Jahresbericht.

Viele Eltern sind inzwischen darauf angewiesen, dass ihre Kinder in der Schule betreut und unterstützt werden. Am Max-Born haben wir schon seit vielen Jahren Hausaufgabenbetreuung für die 5. und 6. Klassen, ein Angebot, das wir im nächsten Schuljahr noch ausweiten wollen. Hinzu gekommen ist das Programm der Mentoren, Schüler, die den Lern- und Arbeitsprozess von jüngeren Schülern begleiten, dafür hervorragend ausgebildet sind und entsprechend erfolgreich gearbeitet haben. Auch die Tutoren seien hier genannt, die sich darum kümmern, dass sich die Unterstufe in unserer Schule wohl und daheim fühlt. Allen Unkenrufen zum Trotz haben wir für das nächste Schuljahr mehr Meldungen für diese wichtige Aufgabe als je zuvor. Insbesondere für die Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe hatten wir Förderunterricht in Kernfächern eingerichtet – ein Angebot, das nicht immer so intensiv genutzt wurde, wie wir uns das gewünscht hätten. Wieder einmal zeigt sich, dass es ohne (zusätzliche) Anstrengung nicht geht. Wir werden da nicht locker lassen.

Trotz aller Personalengpässe – hier entspannte sich die Situation erfreulicherweise im zweiten Halbjahr – und dank des sehr anerkennenswerten Einsatzes von Lehrkräften und Schülern weit über das Pflichtpensum hinaus gab es eine Vielfalt von zusätzlichen Angeboten, die den Interessen, den Neigungen und besonderen Begabungen unserer Schülerinnen und Schüler entgegen kamen:

  • ob im sozialen Bereich mit dem Schüler-Service für Senioren oder dem Sanitätsdienst,
  • ob im Musischen mit Chor, Orchester, Bigband, Schulband, Ausstellungen und Theater, oder im Sport bei schulübergreifenden Veranstaltungen und Turnieren,
  • ob im naturwissenschaftlichen Bereich mit der Forschungswoche, der äußerst erfolgreichen Teilnahme am Mathe-Wettbewerb Känguru und anderen Wettbewerben, den Unternehmungen im Rahmen von MINT-EC oder auf der Sternwarte,
  • ob im Sprachlichen mit Schüleraustausch, Teilnahme an Wettbewerben, Projekten in der Fremdsprache,
  • ob im Bereich der Entwicklung demokratischen Verantwortungsbewusstseins mit dem Politikkurs, der sehr regen SMV, den Planspielen und Projekttagen –

für jeden, der sich interessierte, war etwas geboten, und wenn es „nur“ das Fußballspielen in der Mittagspause oder nach dem Unterricht war. All das kann hier nur stellvertretend für viele andere Projekte und Unternehmungen genannt werden.

Der Wandel der Gesellschaft und die Anforderungen der Berufswelt bringen weitere Veränderungen ins Gymnasium. So haben wir uns in diesem Schuljahr gemeinsam mit Schülern, Eltern und dem Max-Born-Netzwerk intensiv mit der künftigen Oberstufe auseinandergesetzt. Die Seminare, die unsere Absolventen auf Studium und Beruf vorbereiten sollen, stellen dabei eine besondere Herausforderung dar und wir sind froh, dass wir dabei auf die Unterstützung des Netzwerks zählen können. Dank der Initiative des Elternbeirats können wir Eltern auch zusätzliche Beratung in Erziehungsfragen geben, so zum Beispiel beim Umgang mit der Pubertät oder zum Umgang mit den neuen Medien und dem Internet. Hier sei auch die Beratung von Eltern und Schülern durch die Lehrkräfte und insbesondere durch unsere Beratungslehrerin und die Schulpsychologin genannt, deren Kompetenz immer häufiger nachgefragt wird.

Über all diesen Angeboten will ich aber nicht das Kerngeschäft unserer Arbeit vergessen, den Unterricht. Auch dieser Bereich verändert sich, am deutlichsten sichtbar an den schüleraktivierenden Unterrichtsformen und den neuen Prüfungsformen wie den mündlichen Prüfungen in den Fremdsprachen oder den Präsentationsschulaufgaben im Fach Deutsch. Trotz aller Veränderungen bleibt eines gleich: Ohne Anstrengungsbereitschaft und Leistungswillen wird es auch künftig nicht gehen, weder in der Schule noch in der Gesellschaft.

Dass in unserer Schule auch weiterhin mit Schwung und Erfolg gearbeitet werden kann, liegt nicht zuletzt am wohlwollenden und vertrauensvollen Zusammenspiel aller Gruppen. Ihnen allen, die sich in diesem Schuljahr für die Weiterentwicklung des Max-Born und seiner Schülerinnen und Schüler eingesetzt haben, die uns in unserer Arbeit unterstützt haben und die mitgeholfen haben, unsere Schule zu einem anregenden Lebensraum zu machen, sei herzlich gedankt.

Einem wichtigen Mitstreiter der vergangenen Jahre möchte ich aber an dieser Stelle besonders danken: dem Vorsitzenden des Elternbeirats, Herrn Götz Schuricke, der nach dem Abitur seiner Tochter aus seinem Amt ausgeschieden ist. Seine Mitarbeit war geprägt von konstruktiven Initiativen, nachhaltiger Unterstützung, großem Verantwortungsbewusstsein und gegenseitigem Vertrauen, und er hat auf diese Weise intensiv am Entwicklungsprozess unserer Schule mitgewirkt. Für das Leben ohne Max-Born-Gymnasium wünsche ich ihm ebenso alles Gute wie allen Kolleginnen und Kollegen, die in den Ruhestand eintreten oder unsere Schule verlassen, um neue Aufgaben an anderen Orten zu übernehmen.

Ich wünsche allen erholsame und entspannte Ferien und freue mich auf das Wiedersehen im September!

Barbara Loos

Umschlag:Umschlag: Pinguine, Klasse 5c/d