Bakterienplankton in Kleingewässern

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Wasserprobe aus aquatischem Biotop, ausplattiert auf Bakteriennähragar


Aufnahme: Dr. Schroll, unver&öuml;ffentlichte Experimente

 

Michael Zechner und Felix Baer sind langjährige Mitglieder des Wahlfaches Mikrobiologie an unserer Schule. Im Rahmen des Fortgeschrittenenkurses interessierten sie sich für die Untersuchung unserer beiden Schulteiche auf bakterielle Zersetzertätigkeit und den Chemismus dieser Biotope.

 

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Beide Gewässer liegen im südlichen Schulgelände; während der kleine, seichte Teich im Schatten von Laubgeh&öuml;lzen liegt, erhält der große - in Schilfrandzone, Seerosen- und Tauchpflanzenzone unterteilt - relativ viel Licht. Die Schüler haben über ein Jahr lang an 5 Messtagen im Abstand von ca. 2 Monaten Daten zu Temperatur, Sauerstoffgehalt, pH-Wert, Nitrat, Nitrit, Ammonium, Gesamthärte, Carbonathärte, Farbe und Geruch des jeweiligen Wassers erhoben. Einen Ausschnitt aus dem Messprotokoll zeigt die folgende Tabelle:

15. Mai. 1998:

Test

Großer Teich Kleiner Teich
Temperatur 18° 13°
Sauerstoffgehalt       (mg/l) über 10 7,5
pH-Wert 8,1 8
Nitrit                            (mg/l) 0 0
Nitrat                           (mg/l) 0 0
Ammonium                (mg/l) 1 0,2
Gesamthärte             (°dGH) 18,7° 8,2°
Carbonathärte          (°dKH) 18,9°
Saprophytenzahl      (Keime/ 100 µl) 36 192
Farbe durchsichtig gelbweiß
Geruch leicht nach Algen starker Algengeruch

Nachfolgend sei der jahreszeitliche Verlauf der verschiedenen gemessenen Parameter skizziert:

Temperatur

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Sauerstoffgehalt

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PH-Wert

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Saprophyten Anzahl

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Daneben wurden an diesen Messtagen Saprophytenzahlen in Keimen/100µl Wasser durch Ausplattieren von Proben auf Standard I - Bakteriennähragar ermittelt und in Relation mit obigen physikalischen und chemischen Daten gestellt.

Diskussion :

Im großen Teich nimmt der Sauerstoffgehalt von März bis Mai zu, die relativ starke Zersetzertätigkeit ebenfalls.

Ab Juli ist ein Abfall in der Sauerstoffkurve, etwa auf den Wert vom März zu beobachten; das starke Zurückgehen der Saprophytenzahl zeigt, dass wenig tote Biomasse bzw. organisches Substrat in Freiwasserk&öuml;rper zur Zersetzung ansteht.

Bis Dezember nimmt dann die Saprophytenzahl mit dem Sauerstoffgehalt ebenfalls leicht ab.

In kleinen Gewässern ist die Konzentration an Sauerstoff von März bis Oktober leicht schwankend, die Zersetzertätigkeit fällt bis Juli.

Der starke Anstieg der Saprophytenzahl im Dezember weißt auf intensive Zersetzertätigkeit anaerober bzw. mikroaerophiler Keime hin – es ist relativ viel organisches Material bei geringer Sauerstoffspannung zu verarbeiten – wohl bedingt durch starken Laubfall am kleineren Teich

Die Ergebnisse der Versuche wurden im Rahmen des Wettbewerbes " Schüler experimentieren 1999 ", stattfindend bei der Fa. Krauss-Maffei, unter dem Thema: "Bakterielle Zersetzertätigkeit in aquatischen Kleinbiotopen", eingereicht.

 

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Bakterien aus Wasserbiotop gefärbt mit Methylenblau, Vergr. x 1000
Aufnahme: Dr. Schroll, unver&öuml;ffentlichte Experimente

M. Zechner, F. Baer, Dr. G. Schroll