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Abitur 2011 G8

Seminararbeitspreis der Gustav-Born-Stiftung 2011

Der Sohn unseres Namensgebers, Prof. Gustav Born, hat uns vor einigen Jahren eine größere Summe gestiftet, aus deren Erträgen wir in jedem Jahr besonders gelungene und möglichst auch fächerübergreifend angelegte Seminararbeiten auszeichnen können.

Das Max-Born-Netzwerk hat sich dankenswerterweise bereit erklärt, die logistische Abwicklung der Preise zu übernehmen und die Geldpreise im Bedarfsfall aufzustocken. In diesem Jahr werden zwei W-Seminararbeiten mit jeweils 100,- € prämiert.

Daher darf ich nun Herrn Ganslmeier als Vertreter des Max-Born-Netzwerks zu mir auf die Bühne bitten.

Die erste zu prämierende Arbeit stammt von Monika Marinčič und trägt den Titel „Shakespeare’s focus on Christianity in Measure for measure“. Entstanden ist sie im W-Seminar zu William Shakespeare von Herrn Wunderlich. Es handelt sich um eine ungemein kluge und kulturgeschichtlich profund angelegte Studie zur Bedeutung christlicher Begrifflichkeit und katholischer bzw. protestantischer Leitideen im weniger bekannten Drama „Maß für Maß“, das sich mit Fragen von Gerechtigkeit und Gnade sowie mit den Prinzipien von gerechter Herrschaft beschäftigt.
Die Arbeit braucht sich nicht zu verstecken vor Facharbeiten im G9. Ganz im Gegenteil, hier erreicht das G8 mühelos das Niveau des neunjährigen Gymnasiums. Es wird also auch im G8 auf beeindruckendem wissenschaftlichem Niveau gearbeitet, und das Ganze auf Englisch. Und was für ein authentisch klingendes und elegantes Englisch. Ein Kompliment auch an den Seminarleiter, Herrn Wunderlich.
Jetzt darf ich aber der Verfasserin, Monika Marinčič für diese brillante Leistung den Seminararbeitspreis der Gustav-Born-Stiftung überreichen.

Der zweite Preis dieses Jahrgangs geht an Patricia Kadlec für ihre Arbeit „Paradoxe Leere in Gedanken und auf der Leinwand – ein kaltblaues Fakt?“ aus dem W-Seminar zur Gegenwartsliteratur von Frau Scharschug.

„Kaltblau“ ist eine Erzählung aus dem Band „Nichts als Gespenster“ von Judith Hermann.
Die Verfasserin liefert eine ungemein sensible Analyse der Erzählung verbunden mit einer unglaublich kenntnisreichen Filmanalyse. Sie zeigt in beiden Fällen einen hellwachen Blick und wunderbares Gespür für die spezifischen Gestaltungsmittel des jeweiligen Mediums. Die Seminararbeit ist beeindruckend durch die Verbindung von Sorgfalt und Exaktheit in bester wissenschaftspropädeutischer Manier einerseits mit einem abwechslungsreichen, sehr gut zu lesenden Stil.
Die beiden prämierten Arbeiten zeigen schön die Bandbreite der geisteswissenschaftlichen Seminare, von den Klassikern bis zu der Gegenwartsliteratur.
Die Studie von Patricia Kadlec braucht weder den Vergleich mit Facharbeiten in einem Leistungskurs Deutsch zu scheuen noch den mit Proseminararbeiten im universitären Kontext. Ein Dank auch die Lehrerin, Frau Scharschug, die ihre Schüler zu diesem Niveau geführt und sie für die Literatur zu begeistern vermochte.
Der zweite Seminarbeitspreis geht also an Patricia Kadlec. Herzlichen Glückwunsch!